29.06.2011

The name of the game? (I)

Marc sagt, wir brauchen eine Definition. Da hat er Recht. Eine Art ‚common ground’ für die Community und Einführung für Erstbesucher. Das ist jedoch leichter gesagt als getan. 

Packrafting? Begegnungen auf der Eger in Tschechien.
Packrafting ist ein Kunstwort, noch dazu ein Kommerzielles. Ja, „the backpackers pack raft“ war ein Versuch von Sherpa in den 80er Jahren, ihr Produkt vom ordinären Schlauchboot zu differenzieren. Nichts dagegen einzuwenden. Ich weiß aus der Gründungsberatung in wissenschaftlichen Einrichtungen nur zu gut, dass oft erst die Kommerzialisierung Ideen zum Durchbruch verhilft.
Die Idee der amphibischen Reise ist nicht neu, wenn nicht gar alt wie die Menschheit, doch zumindest im Zusammenhang mit kleinen, leichten, aber zähen Schlauchbooten über hundert Jahre alt (dazu später ein gesonderter Post zur Geschichte). Mit welcher Art von Boot man dies tut, ist letztlich egal. Gewicht und Haltbarkeit werden dabei aber immer eine Rolle spielen (dazu bald ein gesonderter Post ‚Packrafts’). Nun sind wir aber schon wieder beim Produkt, zurück zur Aktivität! Der originäre Packrafting-Gedanke hatte sich dort entwickelt, wo der Bootstransport einerseits aufwändig ist und man andererseits ohne Boot nicht weit kommt, vornehmlich in/für Nordamerika. 

Szenenwechsel, Hardangervidda/Norwegen
Wie kann man ‚Packrafting’ nun definieren? Charakteristisch bleibt die Kombination mit anderen Aktivitäten, insbesondere dem Wandern und Trekking. Die Kurzformel ‚Pack your Raft und Raft your Pack’ bringt es ganz gut auf den Punkt. Mit Anteilen im Aufstieg und der Abfahrt ist Packrafting quasi die Sommervariante des Skitourengehens bzw. Paddeln ‚by fair means’. Anders ausgedrückt: Packrafting is for the lazy backpacker & adrenalin seeking hiker. Oder gar  für den gelangweilten Outdoorer? 

Amphibien können sich zwischen Wasser und Land einfach nicht entscheiden. Fjordland/Norwegen
Letztlich ist der im Amerikanischen geprägte Begriff PackRAFTING im deutschen Sprachgebrauch etwas unglücklich, weil er einen zwingenden Anteil Wildwasser suggeriert. Dem ist mitnichten so, jede kombinierte Land-Wasser-Tour entspricht dem  Kerngedanken. Passender wäre demnach einfach Boots- oder Wasserwandern, aber dieser Begriff ist in Deutsch ja leider schon von Faltbootfahrern besetzt ;). Es bleibt also dabei. Dennoch, der Aspekt des Packens bzw. Laufens (oder Radfahren) gehört einfach dazu. Das macht letztlich auch den Reiz des offenen Ansatzes aus. Die Kombinationsmöglichkeiten regen die Phantasie an, statt Konsum vorzugeben. Packrafting ist kein typischer ‚Funsport’, macht aber trotzdem Spass :). Fortsetzung folgt in diesem Sinne ...  The name of the game (II)

Kommentare:

  1. The name of the game:
    "packrafting" oder??... oder??...
    es ist schon wahrlich eine Krux mit der passenden Bezeichnung! ;-)
    Ich jedenfalls finde "packboating" treffender, geht es doch darum, mit einem Boot (egal ob Schlauch- oder Leichtfaltboot o.a.), welches sich zumindest theoretisch in einen Rucksack verstauen und von einer Person auch wandernd oder radelnd transportieren läßt, ein Gewässer zu befahren.
    Dabei spielt es keine (Kenter-)Rolle, ob man sich "rafting(un)artig" in Wildwasser oder brav auf Zahmwasser fortbewegt.

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Holger, da geh ich grundsätzlich konform mit dir, es ist der entsprechende Einsatz nicht die ursprüngliche Absicht des Produktes/Herstellers, was ein Boot zum Packraft macht (siehe alte DDR Schlauchboote:). Dennoch, der Name "Packrafting" hat sich mittlerweile einfach eingebürgert. Packboating, so treffend wie es ist, assoziert wohl zu sehr die Verbindung zu entsprechendem (Faltboot)Hersteller „Pakboats“, eine ganz eigne Klasse von Produkten mit entsprechenden Vorteilen auf offenen Gewässer. Richtig Spass am Wandern hat man aber auch mit den leichtesten Haut und Stangenkonstruktionen nicht ;) Sven

    AntwortenLöschen