01.11.2019

REVIERBESCHREIBUNG ERZGEBRIGE

Wir machen uns bevorzugt selbst ein Bild von den Dingen und sind immer auf der Suche nach Neuentdeckungen. Selbst vor unserer Haustür werden wir dabei noch fündig. Idealerweise haben wir das Boot immer dabei – was dank des Packraft-Ansatzes ja nicht schwer ist. Für unser Heimatrevier in Sachen Wildwasser, dem Erzgebirge, muss man jedenfalls spontan sein. Mehr dazu weiter unten.

Der Artikel zu Revier und Kultur der Paddler im Erzgebirge basiert auf einer Veröffentlichung im KANUmagazin vor ein paar Jahren, hat aber immer noch uneingeschränkte Gültigkeit. Die interaktive Karte und frische Bilder dazu stellen den aktuellen "Forschungsstand" unserer Art von Gewässerkunde dar.




Jahreszeiten sind überbewertet

Wildwasserpaddeln im Erzgebirge ist wie Weihnachten und Ostern an einem Tag. Kommt selten vor, ist aber ein Anlass zu überschwänglicher Freude. Sommerhochwasser gibt es nur alle 100 Jahre – okay, neuerdings alle elf Jahre – aber Paddeln, wenn andere um ihre Existenz kämpfen, ist auch nicht so toll. Deshalb ist Wildwassersport im Erzgebirge ganz klar Wintersport. Und das hat durchaus seinen Reiz. Paddeln im Winter entspricht eben nicht ganz den Konventionen: Temperaturen um die Null Grad bringen nur die wenigsten mit Wassersport zusammen. Und regelmäßig scheitert man daran, es Außenstehenden doch begreiflich zu machen. Aber was soll man tun, Wildwasser paddelt man, wenn der Wasserstand stimmt, nicht, wenn das Wetter passt. Und ist man erst einmal vom Virus befallen, spielt es ohnehin keine Rolle mehr, ob es regnet oder schneit – die Laune steigt mit den Pegeln. Voraussetzung dafür ist allerdings die richtige Ausrüstung, denn niemand friert gerne freiwillig. So ist Winterpaddeln im traditionsreichen Erzgebirge etwas ganz Besonderes. Aus den Metropolen Dresden, Leipzig und Chemnitz ist man schnell am Bach – perfekt für kleine Fluchten aus dem wintertrüben Alltag. 

Viel mehr als eine Handvoll guter Paddeltage springt pro Saison meist nicht raus, doch die lohnen sich umso mehr. Regen gehört dazu, sonst läuft nichts, am besten in Verbindung einer abtauenden Schneedecke. Sagte ich bereits, dass Außenstehende schwer zu überzeugen sind?



Alles im grünen Bereich

Typischerweise mäandern die Bäche erst im Hochmoor der Kammlagen, um sich dann einen Durchbruch zu suchen (beliebtester Vertreter: die Schwarze Pockau, WW III–IV).  Bei großer Frostempfindlichkeit empfiehlt sich eins der wasserreichen, aber schneearmen Einzugsgebiete im Erzgebirgsvorland. Die Klassiker Chemnitz (»Soca für Arme«, WW III), Bobritzsch (ein wenig sächsische Wildnis, WW II) und Zwickauer Mulde (mit dem berühmten »Kachelofen«, WW II/IV) laufen als erstes, am meisten und als letztes. Oder man setzt auf etwas Sensibleres in den Höhenlagen (Pöhlbach, Sehma, Natzschung, WW II–III). Wer es dosierter mag, vertraut dem Staumeister an der Roten oder Wilden Weißeritz (WWII+). Eines am Rande: Hardcore-Wildwasser gibt es im Erzgebirge nicht. Der vierte Grad bleibt die Ausnahme, 90 Prozent des Wildwassers ist I–III und damit ideal für Normalsterbliche. Doch Vorsicht: Auch Bäume und Wehre können gefährlich werden und beides gehört im Erzgebirge leider dazu. Besonders die Minikraftwerke der Nachwendezeit haben den Flüssen ganz schön zugesetzt.



Doch zurück ins Wildwasser. Denn da gibt es ja auch noch den böhmischen Teil des Erzgebirges. Die Südabdachung des Gebirges in Tschechien ist viel steiler als die sanft geneigte Hochfläche in Deutschland. Daher finden sich hier neben Flüssen wie Svatava und Rolava  (WW II) auch schwerere Creeks für Sturzbachpaddler (Cerna, bis V).



Organisation ist alles (Spontanität aber auch)

Ein schöner Paddeltag startet in der Regel im hektischen Wechsel zwischen sächsischer PegelseiteDundaks Paddelforum und eigener Telefonkonferenz. Neuerdings mischt sich auch eine spezielle Facebookgruppe unters Volk (siehe Infokasten). Wie auch immer, die Entscheidung und Planung fällt schwer: Wenn was läuft, dann meist alles auf einmal. Roland »Dundak« Einert, Betreiber des oben genannten Forums mit Flussdatenbank im Kopf und Pegelprognose im Urin ist da entspannter. Meist hat er vorausschauend schon einen Shuttle-Plan in petto und die Reihenfolge der zu befahrenden Bäche sowieso. Das sächsische Paddelvolk (ein paar überschaubare Kleingruppen) nimmt diese Organisation dankend an, statt sich selbst ins eigene Chaos zu stürzen oder vor lauter Unentschlossenheit am Rechner hängen zu bleiben bis das Wasser wieder abgelaufen ist. An Dundak führt(e) bisher kein Weg am Paddeln in Sachsen (und anderswo) vorbei. Und dann gibt es ja noch die oben erwähnte Facebookgruppe. Man munkelt von Slalomfahrern, Raftguides und anderen Haudegen. Zu klein sind jedoch die verschiedenen Fraktionen in der Szene, als dass es da nicht auch zu Koalitionen kommt. Und vor Ort am Bach spielt das sowieso keine Rolle. Hier liegt die Konzentration darauf, möglichst viele Gewässer unterzubekommen, ohne einfach nur abzuhaken.



Ein Paddeltag endet standesgemäß beim Glühwein über dem Campingkocher. Man steht in lockerer Runde zusammen, schmiedet Pläne für den nächsten Tag und der Trockenanzug friert mit dem Nachfrost am Auto fest. Paddeln im Erzgebirge ist eben rau und ruppig – aber auch immer gesellig.

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INFOBOX


Das Erzgebirge hat ein großes Einzugsgebiet – und zwar nicht nur in Sachen Niederschlag. Die Metropolen Dresden, Chemnitz und Leipzig sind nicht weit und als Alternativprogramm zum ewigen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt bieten sich die Erzgebirgsbäche geradezu an.

Anreise, Unterkunft & Co.  
Den Weg ins Erzgebirge findet jeder, die Landstraßen zwischen den Bächen nicht unbedingt. Am besten schließt man sich ortskundigen Paddler an. Da Dresden, Chemnitz und auch Leipzig nicht wirklich weit weg sind, schläft der typische Erzgebirgspaddler meist daheim. Schade eigentlich, denn auf deutscher Seite finden sich viele traditionell-verspielte Unterkünfte, in Tschechien geht es urig-rustikal zu. 

Nützliche Informationen 

Termine und Veranstaltungen
  • Erzgebirgsring im März: Traditionelle Wildwasserveranstaltung des Sächsischen Kanu-Verbands (SKV). Infos: mountain-river.de.
  • Der SKV bietet regelmäßig organisierte Fahrten an: kanu-sachsen.de.

Touristikinfo 
Tourismusverband Erzgebirge e.V., 
Adam-Ries-Str. 16, 
09456 Annaberg-Buchholz,
Tel. 03733/1880088
info@erzgebirge-tourismus.de




Flussinfos
  • Chemnitz, 8 km WW II–III. Zwischen Wehr bei Schweizerthal und Stein, ab 15 Kubik, schöne Blockstellen und Verengungen.
  • Bobritzsch, WW I–II, ab 9 Kubik, Naundorf bis Mündung in die Freiberger Mulde, schönes, einsames Waldtal.
  • Müglitz, WW II (IV),  ab 10 Kubik, Lauenstein bis Elbemündung, landschaftlich sehr schön.
  • Wilde Weißeritz, 11 km WW II(+), ab 8 Kubik, zwischen Talsperre Klingenberg bis Edle Krone. Nette Waldschlucht.
  • Rote Weißeritz, WW II, ab 10 Kubik, Talsperre Malter bis Rabenau. Tiefer Grund mit praktischem Bahnshuttle.
  • Schwarze Pockau, 15 km WW III–IV, ab 9 Kubik, Kühnhaide bis Pobershau. Sachsens schönster Bach.
  • Natzschung, 11 km WW II–III, ab 7 Kubik, Rübenau bis zur Mündung in die Flöha, rasanter Grenzbach zu unseren tschechischen Nachbarn.
  • Pöhlbach, 10 km WW II–IV, ab 6 Kubik, Königswalde bis Zschopau-Mündung. Typischer Wald- und Wiesenbach.
  • Zwickauer Mulde, 15 km WW II (IV), ab 10 Kubik, Blauenthal bis Aue. Achtung Wehre!
  • Cerna, 6 km bis WW V, ab 7 Kubik, In Tschechien von Bozi Dar bis Potucky, schwerster Bach im Erzgebirge.

10.10.2019

OUTDOOR KOMPASS ARDÈCHE (BUCH UND REVIER)

Die Ardèche ist für uns kein unbekanntes Revier. Im Jahr 2015 waren wir bspw. zum Test des damals neuen Wildwasserpackrafts dort. Der Bericht liefert bereits ein paar Rahmeninformation (Charakter, Strecke, Pegel, Schwierigkeiten) und Tipps (Jahrzeit) zum Paddeln rund um den berühmtem Pont d‘ Arc (nachfolgendes Bild).


Und nun gibt es ein ganzen Buch dazu. Nicht von uns, aber wie gemacht für uns. Warum? Weil es den Multisport-Gedanken aufgreift. Eine Region – viel Aktivitäten.  Und Packrafter sind schließlich Kombinierer.

Genau an diesen Gedankengang knüpft der Outdoor Kompass Ardèche an. In 23 Touren kann der Aktiv-Urlauber mit dem Kanu, zu Fuß oder mit dem Rad die Region rund um die Ardèche entdecken. Es liefert die Informationen zu jeder Sportart (Mountainbike, Wildwasser, Bergsteigen) in einem komprimierten Umfang, damit die Auswahl anderer Aktivitäten nicht zur Lebensaufgabe wird. Viel Fakten, vor allem detaillierte, thematische Karten, aber wenig Prosa. Sogar auf Packrafting wird explizit Bezug genommen, was noch eine Seltenheit im Büchermarkt ist:


Dem lesenden Packrafter bleibt die Aufgabe die Teilregionen (bspw. die Nebenflüsse der Ardèche) auf unterschiedliche Art (Bike, Packraft, Rucksack) mit einander zu verbinden.

Zu Beginn erhält der Leser mit wichtigen Reiseinfos einen Einblick in die örtlichen Gegebenheiten und Infrastruktur der Region. Dabei wird von der Anreise und dem Baden über Essen/Trinken, Gesundheit, Straßenverkehr bis hin zu den Übernachtungen alles relevante zur der Region erwähnt. Auch das Thema Ausrüstung kommt nicht zur kurz weg. Hierbei wird auf die verschiedenen Sportarten wie Kanu, Bike und Wandern, aber auch Camping-, Kletter-, Klettersteig und Canyoningausrüstung eingegangen, um möglichen Engpässen bei wichtigen Ausrüstungsfragen vorzubeugen. Für Neulinge wurde auch noch eine Checkliste integriert, welche einem beim Packen als Gedächtnisstütze dienen kann.

Die Beschreibungen zu den Kanutouren sind wie bei den Bereichen Fahrrad und Wandern sehr umfangreich, detailliert und durchdacht dargestellt, da sie die Schwerpunkte dieses Buchs bilden.
Die 7 Kanutouren sind zwischen 6,5 und 27,5 km lang und befinden sich entweder auf der Ardèche direkt oder auf den Zuflüssen Beaume und Chassezac.

Die beeindruckenden Kalkschluchten der Ardèche sind zu jeder Jahreszeit ein Genuss

Schon die Überschriften der Routen verraten einiges zum Charakter der einzelnen Touren. Von Aufwärm-strecken, abwechslungsreicher Schluchtstrecke sowie Naturschutzgebiet & Kanu Mekka ist für jeden Geschmack was dabei. Mit dem Extra Bereich Wildwasser kompakt werden auch die Bedürfnisse der Liebhaber für unruhige und anspruchsvolle Gewässer bedient. Jede Tour beinhaltet neben einer Karte für die Orientierung detaillierte Informationen zum Einsetzen & Parken, Aussetzstellen, zurück zum PKW, Übernachtungsmöglichkeiten, Kanuvermieter, Sehenswürdigkeiten und Sonstigen Aktivitäten. Hierbei werden sinnvolle Querverweise zu möglichen Wander- oder Radtouren in dieser Region gegeben.

Viele der Kanutouren auf der Ardèche sind durch leichtes Wildwasser gekennzeichnet. Daher ist hier problemlos eine Fahrradmitnahme auf dem Packraft zu empfehlen. Dadurch kann nach einer traumhaften Paddeltour in den Wilden Tälern der Ardèche der Tag mit einer genussvollen Rückreise zur Unterkunft mit dem Fahrrad angetreten werden. Eine Empfehlung an alle mit genug Energie und Motivation für auch nach dem Packrafting.

Aussichtsreiche Wanderungen in den Kalkschluchten von Ardèche, Beaume und Chassezac gleichen dem Gang entlang eines Bühnenbildes. Das Buch hält für Wanderfreudige 12 verschiedene Touren mit einer Länger von 3-12 km bereit, welche Abwechslungsreicher nicht sein könnten. Von abenteuerlicher Schluchtdurchquerung, einem smaragdgrünen Quellkopf und Ruinendorf sowie einem Rundweg durch einen Märchenwald oder auch einer pittoresken Kalkschlucht.

Die Kombination von Wildnis und schroffen Felsformationen laden zum Träumen ein

Auch Mountainbiker kommen im Umfeld der Kalkberge, durch die mediterrane Garrigue der Hochebenen oder den Monts dÁrdèche auf ihre Kosten. Auf 4 Touren mit 23 bis 65 km Länge kann der Aktivurlauber hierbei die Gegend mit seinen Dörfern um die Ardèche erkunden oder gerade an zu heißen Tagen im Flachland eine Abkühlung in den Höhenlagen des Zentralmassivs finden. Denn die Temperaturen in den Höhenlagen können dann zwischen 10-15 Grad unter denen des Flachlands liegen. Während der Touren können Abstecher zu den verschiedensten Sehenswürdigkeiten gemacht werden wie zum Beispiel einem jahrhundertealten Kastanienwald, welcher nicht nur ein Erlebnis für Kinder ist.
Im Gebiet der Ardèche findet auch jährlich das größte Radrennen der nördlichen Hemisphäre statt. Zuletzt waren über 15.000 Teilnehmer gemeldet. Hierbei können die Teilnehmer sich ihre eigenen Routen zusammenstellen und eine Woche die Region erkunden. Dabei gibt es entlang der Strecke Verpflegungsstände, Musikaufführungen und an jeder Kreuzung der 160 Teilnehmerdörfer ein Fest.

In der Nebensaison (Dezember) findet sich auch mal einSandstrand-Biwak für eine Nacht.

Die spektakulären Schluchten und auch weniger bekannte Wildbäche locken zu vielseitigen Aktivitäten, nicht nur im Kanu. Abenteuerliche Canyoningtouren und herrliche Naturbadeplätze sorgen für Kurzweil.
Neben den Hauptkapiteln gibt es ein ausführliches Wildwasserkapitel, Canyoningspots, eine ausführliche Höhlenübersicht der Region sowie Routen fürs Klettern und Klettersteige finden im Outdoor Kompass Beachtung.

Infos zum Buch und Kontakt zum Verlag

Outdoor Kompass Ardeche, 272 Seiten, 4-farbig, ISBN: 978-3-934014-71-8
Thomas Kettler Verlag
Von-Hutten-Straße 15
D-22761 Hamburg

Tel: + 49 - 40 - 39 10 99 10

02.10.2019

TIPPSAMMLUNG & TRICKKISTE

Gesammelten Werke an einfachen, aber nützlichen Tipps und Tricks aus der Anwendung!

1. Apps

Unsere Favoriten an praktische und effektiven Apps für den Wassersport:

  • RiverApp: Differenzierte Befahrbarkeitsinfos (Niedrig/Mittel/Hochwasser) in Echtzeit! Dazu alle Informationen zum gewünschten Fluss (Strecke, Schwierigkeit etc.)
  • Meine Pegel: Pegelalarm, individuelle Meldungen zu selbst festgelegten Wasserständen, keine Befahrbarkeit mehr verpassen
  • Canua: Planungs- und Nachverfolgungs-APP zur Flussdatenbank des DKV, praktisch ist das ausrechnen von effektiven Flusskilometern

Alle Apps sind sowohl für Android, IOS und Windows in der einfachen Version kostenlos verfügbar.

2. Blaseschlauch

Ein einfacher Blaseschlauch (Quelle: Baumarkt für 1-2 €) kann Problemlöser auf dem Fluss und an Land sein. Kein Aussteigen oder umständliches Bücken mehr, um das Boot nachzupusten (z. B. bei Druckverlust in Folge kalten Wassers). Folglich besteht hierdurch eine bequemere Haltung und stärkere Lungenkraft. Es kann für Haupt- und Sitzventile verwendet werden. Fügt der Ausrüstung etwa 40g hinzu.


3. Hand- oder Fußpumpe

Der Enddruck im Packraft wird üblicherweise per Lunger erreicht. Das ist auch völlig ausreichend. Es gibt jedoch Boote (zB. Große Zweier) und Anwedungen (z.B. Wildwasser), da wünscht man sich einen etwas höheren Druck (mehr Steifigkeit). Eine einfache Hand- oder Fusspumpe kann dies gut erreichen bzw. die Anstrengung erleichtern, gerade wenn man es öfter macht. Zu beziehen bei uns  oder auch als umzubauende, einfache  Ballpumpe im Internet.

4. Erhöhter Sitz

Mit etwas Erfahrung kann der Sitz im Packraft nicht hoch genug sein. Warum? 

Zum einen eine verbesserte Hebelwirkung und eine bessere Beinspreizung (beim Einsatz von Schenkelgurten). Dadurch kann man effektiver kanten und stützen. Für fortgeschrittene Techniken ist ein erhöhter Sitz eine sinnvolle Ergänzung.

Wie? Eine erhöhte Sitzposition kann wird durch zusätzliche Schaumstoffmatten oder den Einsatz grundsätzlich höherer Sitzpolster erreicht werden (vgl. Abmessungen verschiedener Ersatzsitze). Je nach Boot liegt die optimale Stärke bzw. der beste Effekt bei rund +15cm. 


5. Zusätzlicher Blockitz als ¾ Bodenmatte

Durch das Hinzufügen eines Standard Blocksitzes in der Mitte des Bootes wird ein stabiler, aufblasbarer und steifer ¾ langer Boden erzeugt. Der verstärkte Rumpf spielt dadurch auch seine Vorteile bei Wildwasser aus (Auftrieb, Steifigkeit)
Weiter verkeilt sich der Blocksitz perfekt zwischen dem Boden und den Rohren des Bootes. Auch ist er leicht zu entfernen und für leichte Reisen multifunktional als Lagersitz oder Kissen einsetzbar. Der zusätzliche Sitz wäre somit eine kostengünstige Alternative, um das Boot an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.


6. Skeg/ Finne

Eine Finne verbessert den Geradeauslauf vom drehfreudigen Packrfats erheblich. Wenn diese flach und dafür etwas langer ist,  hat man auch kein Problem mit dem Tiefgang.
Das Fahrgefühl noch ruhiger und damit angenehmer.

Und mit einer Finne im Wildwasser? Auch dort, ja, solange es tiefes und großvolumiges Wasser ist. Durch die Finne kann die Rotation verringert werden und die Geschwindigkeit deutlich erhöht werden.


7. Glowing in the dark

Wenn man mit dem Boot gern den ganzen Tag und wenn möglich auch noch in und nach der Dämmerung unterwegs ist, ist hierfür ist eine Bootbeleuchtung nicht unbedeutend. Damit kann sich der Packrafter vom immer dunkler werdenden Umfeld abheben. Auch ist es ein sehr schönes Fotomotiv und des Weiteren ist die Beleuchtung sehr sicher bei Gewässern mit regem Schiffsverkehr. Im folgenden Link ist die Anleitung, wie jeder sein Boot mit wenigen Handgriffen zum Packrafting Leuchtturm verwandeln kann. How-to Anleitung in diesem Beitrag.


8. Packraft als Schlafmatte

Im Rahmen einer Ultraleicht Tour ist manchmal selbst die Schlafmatte das entscheidende Gramm zu viel Gepäck. Warum dann nicht das nutzen, was man bei einer Packrafting Tour sowieso dabei hat: Das Packraft! 
Das Boot dazu einfach umdrehen, etwas Luft ablassen und den Boden des Packrafts als Liegefläche nutzen. 
Insbesondere bei warmen Temperaturen ist somit ein Schlafen im Freien ohne extra Gepäck und unabhängig vom Untergrund eine Alternative. 
Um sich vor Insekten zu schützen ist es optional noch möglich, mit Hilfe des Paddels oder eines anderen Gegenstandes ein Fliegennetz über das Boot / Bett zu spannen. 

Wem eine ganze Nacht auf dem Boot nicht zusagt, dem sei immer noch der Mittagsschlaf auf dem Boot gegönnt.


9. Gepäckbefestigung

Aus unserer Sicht ist es am effektivsten, das (Tages-)Gepäck auf dem Bug des Bootes zu befestigen. Hierzu müssen - wie auf dem Bild zu sehen ist - lediglich Schnüren an die Haltepunkte des Bootes geknotet werden. Anschließend wird das Gepäck zwischen die Schnüre gelegt und mit Hilfe eines Spannriemens fest an dem Boot geschnürt. Somit kann sich das Gepäck auch während einer Tour weder drehen noch verrutschen.
Bei dieser Variante der Gepäckverstauung ist es natürlich angeraten, das Gepäck in wasserdichten Säcken vor Spritzwasser und / oder Wellen zu schützen. LINK: Strap and rope set  


10. Verstärkung an Paddelschuhen

Crocs sind zum Packraften wirklich optimal! Da das Material dieser kein Wasser bindet und somit nicht getrocknet werden muss, sind sie der ideale Begleiter für jede Packraft-Tour.
Eine kleine Schwachstelle gibt es jedoch, doch diese ist mit einem einfachen Trick ausgebessert. Dazu muss der Haltegurt an der Fersenseite des Schuhs lediglich mit einem zusätzlichem Stück Schnur verstärkt werden. Somit wird zum einen ein Ausreißen des Fersengurtes vermieden und zum anderen kann dieser enger an den Fuß angelegt werden sodass dieser nicht so schnell vom Fuß abfällt (insbesondere bei längeren Schwimmeinheiten von Vorteil).


11. Paddel als Zeltstange

Ein teilbares Paddel eignet sich super als stabile Zeltstange für Pyramidenzelte oder andere Tarps. Gleichzeitig spart man an Gewicht und Volumen der eigentlichen Zeltstange. 
Zusätzlich nötig ist lediglich eine PVC-Rohr zur variablen Längenverstellung. Solche sind in leichter und günstiger Ausführung und in vielen Durchmessern in jedem Baumarkt zu finden. Zur Verwendung mit dem Paddel einfach in der Länge zuschneiden und passende Löcher zum späteren Verstellen durch die Federnasen bohren.


12. MultiBag als Sitz

Der Multibag eignet sich optimal als alternativer Packraft Sitz, insbesondere bei Touren, wo an Gewicht und Volumen gespart werden muss. Hierdurch lässt sich der Standard-Sitz gut in Form und Größe ersetzen. Die 60l-Version passt perfekt als hinterer Sitz, z.B. für ein Sigma TX  Packraft. Die 40l-Version passt gut auf jeden Einzel- oder Vordersitz.


13. Blasesack für Isomatten

Neben ihrer Hauptfunktion bieten Blasesäcke noch eine weitere, von Backpackern und Campern geschätzte, Option: das Aufpumpen einer Luftmatte. 
Inbesondere an Therm-a-Rest® Matten passen alle im Anfibio Packrafting Store angebotenen Blasesäcke perfekt. Nach ein paar Zügen ist die Matte in wenigen Sekunden und ohne große Anstrengung aufgepumpt.
Besonderer Vorteil beim Aufpumpen der Matte mit einem Blasesack besteht außerdem darin, 
dass das Innere der Matten nicht durch zugeführte Feuchtigkeit der Lungenluft beschädigt und somit Schimmelbildung im Inneren vorgebeucht wird.
Durch das geringe Gewicht von ca. 130g ist der Blasesack auch ohne kombinierter Paddeltour gut im Gepäck verstaubar.


14. Reparaturen

Packrafts zu reparieren ist weniger schwierig als im ersten Moment von vielen eventuell angenommen. Im Folgenden sind ein paar Tipps für die Reparatur eines Packrafts oder anderen Gegenständen beschrieben.

Vor einer Reparatur hilft es immer dass alle Reparaturstellen sauber, trocken und fettfrei sind. Auch wenn einige Reparaturmaterialien Feuchtigkeut vertragen, dDe Stellen vor der Reparatur großzügig mit Alkohol / Spiritus zu reinigen und abtrocknen zu lassen wird logischerweise aber nie schaden

Reparatur unterwegs

Für die Reparaturen von Perforationen, Rissen und Dreiangel im Schlauch (Bootskörper) empfehlen wir den „Anfibio LifePatch“ (selbst-klebender Gewebeflicken). Dieser kann sowohl auf der PU (Polyurethan) beschichteten Seite als auch auf der unbeschichteten Seite des Bootsmaterials verwendet werden. Die Klebekraft auf beschichteten Geweben ist allerdings höher. Der „Anfibio LifePatch“ kann notfalls auch im Regen oder unter Wasser angebracht werden.


In manchen Fällen kann es auch sinnvoll sein (z.B. bei größeren Rissen), den „Anfibio LifePatch“ zusätzlich von der Innenseite aufzukleben.

Notfalls kann auch handelsübliches Gewebeklebeband o.ä. für die Reparatur verwendet werden (ZB günstiges TesaISOfix, Nachteil ist hier jedoch die starke und zähe Klebkraft des Bandes und das dadurch aufwendige Entfernen von Kleberückständen am Boot. Zudem ist das Band farbig und kann das Gesamtbild des Packrafts, insbesondere auf Bildern, etwas unattraktiver aussehen lassen.

Beschädigungen am Boden lassen sich unterwegs am besten von der Innenseite des Bootes reparieren. Die Außenseite kann zusätzlich fixiert werden.

Kleine Löcher im Schlauch und Boden, wie sie bspw. durch Dornen o.ä. entstehen können, lassen sich einfach mit Flüssig-PU (z.B. Aquasure, SeamGrip, Stormsure) reparieren. Allerdings muss der Kleber ca. 12 Stunden aushärten.
Für Wildnisabenteuer empfehlen wir einen "Anfibio LifePatch", ein langes Gewebeband, und eine kleine Tube PU-Kleber (z.B. STORMSURE) mitzunehmen.

Reparatur zu Hause 

Risse und Dreiangel im Schlauch und Boden können mit dem beiliegenden Originalmaterial repariert werden. Für die Verklebung empfehlen wir den Spezial PU-Kleber „Helaplast“. Außerdem benötigt wird noch einen Pinsel sowie ein Heißluftgerät (auch ein einfacher Haartrockner ist meistens ausreichend). Die Klebearbeiten führt man am besten in einem trockenen, gut belüfteten Raum mit einer Raumtemperatur von ca. 15-25°C aus.

Auf diese Weise können auch zusätzliche Haltepunkte (Tie-Downs) am Boot angebracht werden. Einen ausführlichen Beitrag hierzu ist ebenfalls bei uns im Blog zu finden: siehe Tiedowns richtig ankleben.

15. Deckpack als Pod

Die Idee des Pods stammt eigentlich von Waka Kayaks. Das zweite Bild erklärt das Konzept am recht gut:


Der Pod ist praktisch ein Zusatzvolumen auf dem Heck eines Kajaks. Er erhöht den Auftrieb, soweit gewünscht. Ohne Pod hat man ein Funcruiser-Kajak zum Spielen. Wenn man den Pod hinzufügt, erhält man einen hochvolumigen Creeker für schwere Bäche. Alles in einem (vielseitigen) Boot. Prima.


Im Prinzip kann man das auch mit einem Packraft machen indem  ein aufgeblasenes DeckPack am Heck deines Bootes befestigt (siehe Bilder), soweit nötig, z.B. bei hoher Wuchtwasser bzw. bei potentiell vollem Abtauchen des Bootes, wie nach größeren Stufen, hohen Wellen und großen Walzen. Das höhere Volumen stellt sicher, dass das Heck nicht einfach mit dem gesamten Boot abtaucht, bzw., falls doch, schnell wieder auftaucht.  Und, es hilft auch beim Rollen des Packrafts!

16. Anfibio LifePatch als selbstklebende, temporäre Haltepunkte

Das Anfibio LifePatch ist nicht nur ein gutes Notfall-Reparaturset, sondern auch als improvisierter (entfernbarer) Haltepunkte (StrapPlate, GrabLoop) am Boot geeignet. Der Umbau ist nachfolgend beschrieben und illustriert:



Einfach mit Lineal in der Mitte des LifePatch ein Quadrat anzeichnen und an zwei gegenüberliegenden Seiten zwei schmale Streifen mit dem Cuttermesser herausschneiden. Danach den Klebefolienschutz vom Quadrat abziehen und den freigewordenen Klebebereich mit ein wenig Tape neutralisieren. Danach den restlichen Klebeschutz abziehen und das modifizierte LifePatch an der gewünschten Stelle im Boot anbringen. Jetzt kann ein Riemen oder eine Schlaufe durchgezogen werden, um eher kleinere Dingen (z. B. Wurfsack, Trinkflasche etc.) zu befestigen.

Die wieder entfernbaren Haltepunkte ergebenen bspw. auch eine brauchbare Halterung für eine hintere Rückenlehne. Als temporäre Lösung sind sie in jedem Fall ein guter Test für die Positionierung permanent zu verklebender GrabLoops!

ACHTUNG: nicht für schweres Gepäck oder als Trageschlaufe geeignet!

17.09.2019

WUNDER DER ELBE (BUCH UND REVIER)

Die Elbe ist wirklich außergewöhnlich. Als unserem Hausfluss haben wir das auch erst spät erkannt! 600 frei fließende, naturnahe Kilometer sind einmalig in Europa. Statt kanalisierter Wasserstraße wie Rhein, Main oder Mosel warten einladende Sandstrände, Auenwälder, Störche, Biber und sogar Lachse. 

Wilde Wiesen laden Packrafter zum Genießen ein

Von der tschechischen Grenze bis kurz vor Hamburg unterbricht keine einzige Staustufe ihren Lauf. Das Ergebnis ist eine Dynamik im Flussverlauf die sich nicht nur durch angenehme, durchgehende Strömungsgeschwindigkeit auszeichnet. Viel wichtiger, man kann einen lebendigen Fluss im Wechsel von Hoch und Niedrigwasser erleben. Mehrere UNESCO- Biosphärenreservate in Form ungestörter Auen reihen sich hier aneinander. 
Zu Recht widmet sich ein ganzes Buch diesem Naturraum. Nicht verwunderlich beschreiben wir es als ein lohnendes Revier. Unsere Empfehlung sind insbesondere die Abschnitte Torgau – Dessau (110km), Dessau - Magdeburg (65km), Tangermünde - Wittenberge (80km), Wittenberge - Lauenburg (120km).

Bei aller Schwärmerei, bei aller Begeisterung, es bleibt einiges zu tun.

Staustufen sind das eine, Uferbefestigungen das andere. Charakteristisch für die Elbe sind leider auch die Buhnen und Deiche. Erstere drängen das Wasser in Flussmitte, was die Fließgeschwindigkeit und damit über die Sohlerosion bzw. die (für die Berufsschifffahrt erwünschte) Wassertiefe erhöht. Deiche begrenzen die wichtigen Überflutungsbereiche für natürliche Hochwasser.

Mehrere Initiativen setzen sich dafür ein, Buhnen zurückzubauen, um die Sohlerosion zu stoppen sowie Deiche zu verlegen, um Auenflächen vergrößern. Eine Unterstützung in Form von Mitarbeit, Spende oder Medienberichten ist überall erwünscht:

elbeinsel.de / elbe-saale-camp.de / ProElbe.de / bund.net/elbe

Buchvorstellung

Das Buch „Wunder der Elbe“ versucht dem Leser diese wiedererstrahlende Schönheit anhand der Elbe vor Augen zu führen und zeigt andererseits auch auf, wo in der Gegenwart und Zukunft noch Baustellen für eine weitere Verbesserung liegen.  „Wunder der Elbe“ spiegelt die Begeisterung des Autors Ernst Paul Dörfler für den Sieg der Elbe über die industrielle Verunreinigung wider. Weiterhin soll es den Leser ermutigen, die Natur rund um die Elbe mit ihren Bibern, Reihern, Fischen, Insekten, Blumen, Gräsern, Kleingetier, Hoch- und Niedrigwasser, Baumgruppen und majestätische Bäumen zu entdecken.

Lebenslauf eines stillen Wunders

Auch Kultur kommt an den Ufern der Elbe nicht zu kurz.

Die längste Zeit lebte die Elbe nach ihren eigenen Regeln und anfänglich schaffte es auch der Mensch, in friedlicher Koexistenz mit ihr auszukommen. Er bekam dafür Wasser zum Trinken, Fische zum Essen, Holz zum Kochen, Wärmen und Bauen und Fruchtbaren Böden der Auen. Aber nach einem ersten harmonischen Miteinander begann der Mensch, getrieben von Profitgier, das ökologische Gleichgewicht in ihren Grundfesten zu stören. Denn vor 200 Jahren wurde damit begonnen, die Elbe schiffbar zu machen. Hierfür mussten klare Ufer definiert, der Fluss eingeengt und die Deiche erhöht werden. Dies stellt den Anfang eines unvergleichlichen Niedergangs an Artenvielfalt in der Elbe dar. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts kam die Elbe dann, bedingt durch Abwässer der Städte und Industrie, an ihrem Tiefpunkt an. Nahezu für ein halbes Jahrhundert wurde sie in einen Abwasserkanal der Superlative verwandelt.
Bedingt durch die politische Teilung Deutschlands blieb die Elbe von einer weiteren Modernisierung zur Wasserstraße verschont. Somit ist sie heute ein weitgehend freifließender Strom auf 600 km Länge. Dies ist für Deutschland einmalig.  Heute ist die Elbe Deutschlands größtes Schutzgebiet sowie Europas größtes Auenschutzgebiet und wurde aufgrund ihrer Einzigartigkeit zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt.

Albis – Weich in Sand eingebettet 

Mit nackten Füßen im Sand lässt sich der
Strand genießen.
Die Elbe ist Europas größter Sandstrom, da das Flussbett der Elbe größtenteils in Sand eingebettet ist. Daher wurde sie von den Römern auch Albis-weißer Fluss genannt.  Aber seit 200 Jahren erfährt die Elbe durch Menschenhand eine Versteinerung, um sie an die Bedürfnisse des Menschen weiter anzupassen. Dies hat weitreichende negative Konsequenzen für den Fluss und seine Umwelt. Denn die Elbe gräbt sich immer weiter in ihr eigenes Flussbett ein, da sie den Sand des Ufers nicht mehr nutzen kann. Bedingt durch einen Sandentzug fällt der Wasserspiegel von Jahr zu Jahr weiter ab. Folglich wir den Auenwäldern durch diesen Prozess das Wasser abgegraben und es droht ihnen die Austrocknung. Aber der Widerstand der Menschen in Europa gegen weitere wirtschaftliche Großprojekte zum Ausbau der Flüsse wie Donau, Loire und Elbe nimmt zu. So wurde etwa 1996 durch eine Großdemonstration in Frankreich der Bau des Rhein-Rhone Kanals verhindert. 
Auch wird versucht, durch grüne Klassenzimmer und Kurse am Fluss ein Verständnis für diesen zu schaffen und dem Schüler die Möglichkeit zu geben, die Naturwissenschaft mit allen Sinnen zu erleben.

Malerisch weiße Sandstrände sind das typische Merkmal des letzten freifließenden Flußabschnittes Mitteleuropas 

Ein König kehrt zurück

Durch die deutliche Verbesserung der Wasserqualität sowie dem Rückbau von Wehren in der Elbe und ihren Nebenflüssen konnte 1995 mit einer Wiederansiedelung des Lachs begonnen werden. Einst fürstliches Monopol und größte Einnahmequelle der Adelshäuser war der Lachs im 20. Jahrhundert in der Elbe gänzlich ausgestorben. Aber bedingt durch sauberes, fließendes Wasser und einer abnehmenden Anzahl an Barrieren wie Stauwehren, kann auf eine umfangreiche Rückeroberung der Elbe durch den Lachs gehofft werden.

Entlang der Elbe laden die idyllischen Wiesen zum Nächtigen ein

Auenwälder – Hüter der Erinnerung längst vergangener Zeiten

Einst undurchdringlich und märchenhaft, sind sie heute in Europa nur noch selten anzutreffen. Doch im Bereich der mittleren Elbe gibt es ihn noch: den scheinbar undurchdringlichen Urwald mit alten Eichen, Ulmen und Eschen, Sträuchern, Wildständen, mal überflutet mal trocken. Teilweise sind in den Auen noch etwa 500 Jahre alte Eichen zu finden, welche somit Zeuge aus der Zeit von Christoph Columbus waren.

Zwischen den Städten Wittenberge und Lauenburg ist über viele Kilometer
noch die Urform eines typischen Auenwaldes anzutreffen

Die Bewohner der Elbe und ihrer angrenzenden Gebiete

Aus dem Boot heraus lassen sich die Tiere aus einer
ganz neuen Perspektive beobachten
Das Buch geht sehr umfangreich auf die tierischen Bewohner der Elbe ein. Einst mit nur noch 200 Tieren, stand der Biber an der Elbe kurz vor dem Aussterben. Aber durch den erfolgreichen Schutz engagierter Tierliebhaber konnte sich ihre Zahl auf nunmehr 6000 Tiere erholen. Denn ab 1929 wurde das Jagen der Biber unter Strafe gestellt. Mit umgerechnet 615 € Strafe stand der Artenschutz damals nicht nur auf dem Papier, sondern wurde auch wirklich ernst genommen. 
Auch der gemeine Weißstorch sowie der Schwarzstorch finden in dem Buch von Ernst Paul Dörfler umfangreiche Erwähnung. Denn die angrenzenden Wiesen der Elbe sowie ihre Auen bieten den perfekten Lebensraum für Störche.

Über den Autor

Dr. rer. Nat Ernst Paul Dörfler, Jahrgang 1950. Geboren in Kemberg bei Lutherstadt Wittenberg. Von 1977-82 Ökochemiker im Institut für Gewässerschutz Berlin (Ost), Autor mehrerer unveröffentlichter (geheim gehaltener) DDR-Umweltstudien. Seit 1983 freiberuflicher Schriftsteller und Publizist in Steckby bei Dessau und engagiert im Umweltverband BUND für den Schutz der Elbe. 2002-2010 diverse Preise (u.a. EuroNatur) für Buch und Engagement.

Website: elbeinsel.de

Kontakt zum Verlag / Info zum Buch

Ernst Paul Dörfler
Wunder der Elbe
Biografie eines Flusses

120 Seiten, 140 farbige Abbildungen gebunden, 24 x 22 cm
14,80 EUR
ISBN 978-3-932863-40-0

Verlag Janos Stekovics
Link zum Buch

Erfahre die zurückgewonne Schönheit der Elbe und lerne sie auf jedem ihrer bezaubernden Kilometer selbst kennen.



27.06.2019

BUCHVORSTELLUNG: "WILDSWIMMING ALPEN"

Es sind die bisher heißesten Tage des Jahres. Wie wäre es einmal auszusteigen und einzutauchen, das Boot sprichwörtlich zu verlassen. Wie wäre es mit etwas „Wildswimming“, d.h. nicht bloß eine Badepause einzulegen, sondern das Gewässer bewusst schwimmend zu erleben?

Es soll Menschen geben, die legen sich ein Packraft nur dafür zu, es schwimmend hinter sich herzuziehen, als Pausenplatz, Gepäcktransport und Begleitung von Personen … aber so weit sind wir noch nicht.

Bergseen kann man auch paddeln. Wir haben uns die Buchenegger Wasserfälle aus "Wildswimming Alpen" rausgesucht und sind sie gepaddelt, nicht runter, aber fast drunter. Und Schwimmen waren wir natürlich auch.

Was ist „Wildswimming“ überhaupt?

Wildswimmimg ist das (Auf-)suchen von ursprünglichen Schwimmplätzen und Schwimmstrecken in natürlichen Gewässern. Das ist oft mit mehr oder weniger langen Wanderungen oder Radtouren verbunden und hat schon von daher viel mit Packrafting gemeinsam. Wildswimming bedeutet ebenso unberührte Seen, Flüsse und Wasserfälle zu entdecken.

Die Kombination Land + Wasser kann man mit Boot erleben, aber eben auch ohne, so vielleicht sogar noch intensiver. Wildschwimmer sind tatsächlich eine eigene eingeschworene Gemeinde. In jedem Fall ist es die Liebe zum Wasser, die fehlende Scheu es sich zu erarbeiten und die Lust in der Kombination, was sie mit den Packraftern verbindet. Beide suchen möglichst abgelegene, natürliche Gewässer und wollen diese hautnah erleben.


Was liefert das Konzept „Wildswimming“ den Packraftern?

Zum einen ist es die Animation tatsächlich auf Tuchfühlung zu gehen mit dem nassen Element, idealerweise als ergänzende Komponente. Wie wäre es, wenn jeder Paddelausflug mit einem Sprung in Wasser angereichert wird? Das Erlebnis und die Erfahrung wird ungemein intensiver. Vielleicht lässt man tatsächlich irgendwann sogar das Boot zu Hause …

Zum anderen bietet „Wildswimming“ einen willkommenen Anlass neue Gewässer zu erkunden. Für potentielle Schwimmstrecken ist ein Packraft schließlich genauso geeignet. Wildwimming liefert dafür so manchen Geheimtipp für ruhige Gewässer abseits der üblichen Wege.


Was bietet das Buch „Wildswimming“ dem Leser?

In 140 Tipps zu Schwimmstellen in den Alpen führt der Autor den Leser an Badeplätze der Extraklasse. Dabei befinden sich die Gewässerempfehlungen im Voralpenland und gehen bis ins Hochgebirge auf über 3200m. Die Locations zum Baden in diesem Buch könnten unterschiedlicher nicht sein. Diese reichen von Badestellen in einem Alpensee vor atemberaubender Kulisse, Wasserfällen, strömenden Flüssen oder auch überfluteten Blumenwiesen und temporären Seen bis hin zum Schwimmen in Höhlen aus blau leuchtendem Eis. Die Badespots befinden sich in Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien und Slowenien.

Bergseen (oder Fälle) kann man auch paddeln :)
Für den besseren Überblick werden dem Leser noch einmal die 5 besten Badestellen in den Kategorien Genussvoll, Herausfordernd, Familienfreundlich und Zugänglichkeit genannt. Das Buch folgt aber nicht nur einfach dem Drang des Abenteurers, ihn mit Informationen zum nächsten Schwimmspot zu versorgen, sondern gibt ihm auch Hinweise für seine Einstellung & Verhalten in der Natur mit auf den Weg.

Neben umfangreichen Wissen zu praktischen Schwimmhilfen wird im letzte Abschnitt des Buches noch auf das Entstehen und Vergehen von Seen eingegangen. Gerade im Zusammenhang mit Berg- und Gletscherseen sind dies nützliche Informationen. Denn anhand von Seen wie der Blauen Lagune im Kleinartal ist zu erkennen, dass ein See nicht unbedingt Uralt sein muss und dieser aufgrund durch Einflüsse seiner äußeren Umgebung wie Niederschlag oder Geröll einer stetigen Veränderung unterliegt.


Was gibt es noch aus der Reihe?

Die Alpen sind erst der Anfang. Weitere Bücher von Hansjörg Ransmayr zum Thema Wildswimming sind:

- Wildswimming Spanien
- Wildswimming Italien
- Wildswimming Frankreich

Ausblick : Islandeering

Das neue (Buch-) Projekt von Hansjörg Ransmayr wird "Islandeering  - 50 unbekannte deutsche Inseln von Wasser & Land aus entdeckt, beschrieben, bebildert" heißen.

Inseln, nicht nur die in den Meeren, sondern auch die in Seen und Flüssen, sind ja bekanntermaßen Sehnsuchtsorte mit besonderer Anziehungskraft.

Hier kommt man wohl nicht mehr um ein Boot herum. Wir bleiben gespannt!


Über den Autor

Plötzlich stand er bei uns vor der Tür, Hansjörg Ransmayr, kräftig gebaut, offen, sympathisch, herzlich. Wir glauben gerne, dass er erste Österreicher war, der die Straße von Gibraltar durchschwamm und sich von der Gefängnisinsel Alcatraz durch eiskaltes Wasser durch nach San Francisco schlug. Noch spannender für uns ist seine Vergangenheit im alpinen Kajaksport. Wir freuen uns auf gemeinsame Projekte in der Zukunft!

Blog www.alpine-swimming.com
FB /alpineswimming,
Facebookgruppe BERGSEEN SCHWIMMEN
Instagram @alpine_swimming

Kontakt zum Verlag / Info zum Buch

Haffmans & Tolkemitt
Leipziger Straße 54
D-10117 Berlin
haffmans-tolkemitt.de

25.04.2019

IN SHALA - OVER THE MOUNTAIN TO THE RIVER (ALBANIA)

Enjoy a story telling video, an interactive tour map, some gear talk and a full cost break down. Albania unfolded.
from Sven Schellin I Anfibio Packrafting
Trip character

Shala is a remote class IV river in northern Albania. The alternate approach on foot requires some off trail hiking, 1500 m elevation gain and a final, long flatware section. Summing up to roughly 60km, doable in 3-4 days.


The ferry to Koman from Fierze or vice versa leaves daily 9:00 / 13.00, but stops only occasionally. 

The hiking traverse to the Shala valley near abandoned village of Brashte is only 15km, but partly offtrail with steep ascent, difficult navigation in the forest part and a likewise decent, which takes about 8-10h.

Shala river runs for 15 km with challenging white water (III-IV), has a final 6 km flat water section and further 10 km to next ferry port. Large parts are in a canyon in very isolated location (no escape), but impressive landscape. 

Follow the map with ground truth GPS record and getagged pictures as well as additional information:


Participant skills

We were a company of experienced, mindful and well known partners, but far from being all experts in every field. Whitewater skills varied. Navigation responsibility was held in the wholes team.

Gear talk

Every trip is unique, everyone is different. We don't believe in standards or worse dogmas. So be it for performance, safety or comfort. This is what WE User on THIS trip. Not been said, this can’t apply to other ventures.

What worked and what didn’t? We were generally pleased with our choice, but have a few things to change.

Packrafts: We used a MRS Alligator 2S, an Alpacka Yukon Yak (thighstraps installed) and a MRS Alligator 2S Pro. All performed well, no complains. 

Paddles: The Anfibio Ultimate held up, but felt too light, we would not it take again! An Aqua Bound Manta Ray Fibre was ok, but not stiff enough. There are better choices such as the Aqua Bound Splat or even better the Anfibio Smash.

Drysuits: The Anfibio Packsuit was very good, especially for its weight. The Anfibio Splitsuit, despite the higher weight, was more convenient on a long river day.

Helmet: Hiko Bukaroo half cut and full cut seemed adequate at 340/430g.

PFDs: For packability we decidied all for Anfibio Buoy Boy in sizes S/M-L/XL. Knowing the limits (no rescue belt), we felt comfortable nevertheless. Buoyancy proofed adequate in one swim. Pull strength was not needed, but we have trust in. For lacking full impact protection (as with foam PFDs) I would include that in the conclusion of going "a tad too light".

Throw rope: Anfibio LifeLine was good, the Anfibio RescueLine is better.  

Salomon XA Pro Trailrunner as a one for all shoe was ok, but too slippery in the river. A dedicated river shoe seems necessary on scouting rich trips.

Pack: The Sixmoon Fusion 65 and HMG Windrider 4400 performed equally well.

Sleeping: Jack R Better Quilt and Thermarests NeoAir were both very good.

Tent: Bear Paw Luna 4 - very good, but could be lighter

Cooking: Homemad alcohole can stove - good as always.

Accessories: Anfibio DeckPack (Prototype) - indispensible 

Our full pack weight including consumables (food for 4 days) was 18kg, which is very good considering the full whitewater setup.

Cost break down

This was a self supported trip with its effect on sharing, but needs organization. Costs derive from 3 people sharing over the course of 7 days (includes a prior trip to Tara canyon for 2 days).

Bus to airport: 24€, airplane (Berlin-Podgorica): 143€, ferry: 5€, car rental (7 days): 50€, comsumables (food, gaz): 70€, hotel: 15€, maps: 10€. Sum per person: 317€

Donation

The same amount spent goes to the campaign "Save the blue heart of Europe". Happy for all who contribue too!

12.04.2019

EINMAL WILDNIS UND ZURÜCK - PORTRAIT ROBERT NEU (ZU GAST BEI MDR RIVERBOAT)

 Robert Neu mag wie viele das Reisen. Doch die Art wie er reist und wo er reist unterscheidet ihn deutlich zu den wohl allermeisten. 

Er lebt nicht nur dafür und damit sondern auch davon, zumindest dem was andere Leute davon berichtenswert halten. Robert ist ein sympathischer Vortrags-Profi und routinierter Referent, der „nebenbei“ die Donau komplett und den Yukon über 3000km im "Schlauchboot" (Packraft) befahren hat.

Wir kennen Robert seit 2015 und sind seitdem als Partner in regelmäßigem Kontakt, gern mit einem Problem direkt von unterwegs :) Mehr zu der einen oder andere Panne im nachfolgenden Beitrag.

Ein Gespräch über seine Reisen war am 12.04.2019 im MDR Fernsehn in der Sendung „RIVERBOAT“ mit Jörg Kachelmann zu sehen. Dort ging es u.a. auch um sein persönliches „Riverboat“ (Packraft).

Im folgenden schildert uns Robert seine Packrafting Reise durch Alaska auf dem Yukon mit seinem "SCHLAUCHBOOT" (MRS Adventure X2).

Den Alltag in Deutschland gegen Freiheit eintauschen

Jetzt stehe ich hier, am Bennett Lake, der Quelle des Yukon und schaue in die Leere. Die Stille schreit mir ins Ohr. Ich habe das hektische Deutschland verlassen und den absoluten Kontrastpunkt gefunden. Die Wildnis Kanadas. 

Den getakteten Alltag der Großstadt einzutauschen gegen Wildnis und Freiheit bedeutet gut planen zu müssen. Lebensmittel für Wochen müssen geruchsdicht verpackt werden. Ich bin in Bear-Country, bin dort zu Gast, wo Schwarzbär und Grizzly zuhause sind. Unbewaffnet, ganz alleine da draußen, wo keiner helfen kann. Ich will vorsichtig sein. Campingequipment und zwanzig Kilo Fotoausrüstung inklusive Drohne packe ich. Puste mein Boot auf.  Aufpusten? Jawohl, ein Packraft soll mich bis zum Meer tragen, ein ultraleichtes Expeditionsschlauchboot. Ich zurre alles fest, verzweifele trotz absoluter Sparsamkeit an der Masse der Ausrüstung und an meinen langen Beinen, die kaum mehr ins Boot passen. Ich baue mein Stativ auf für ein Foto, dann kann es losgehen.

Das Boot bepackt mit gesamter Expeditionsausrüstung

Seit wenigen Tagen sind die Quellseen eisfrei. 150km muss ich ohne Strömung kämpfen. Beim Wetter scheinen die Medikamente schlecht eingestellt zu sein: Regen, Hagel, Sturm und Wellenschlag wechseln sich mit kristallklarem, zutiefst blauem Himmel und Götterruhe ab. Ich nutze das Zwiebelprinzip, wechsele stündlich die Kleidung, friere, zittere, bibbere. Danach bejubele ich die Momente, in denen die Sonne mich küsst.

Unwirtliche Wetterbedingungen im Wechsel mit sonnigen Abschnitten

Es wird eine lange Reise, viele einsame Stunden, knapp vier Monate werde ich benötigen. Habe ich mich um mein Überleben in Form von Camp aufbauen, Feuer machen, Essen kochen, nicht ertrinken und mein Boot nicht zerstechen gekümmert, sind immer noch die Tiere da:  Vorsicht, keine Lebensmittel rumliegen lassen, keine Gerüche, die Hände nicht an der Hose abwischen. Penibel sein. Umsichtig sein. Lärm machen. Gleichzeitig will ich mich ruhig verhalten, will behutsamer Gast auf ihrer Spielwiese sein, will sie sehen und fotografieren. Es ist eine Gratwanderung. Ich sitze vor dem Zelt am Feuer und koche Frühstück, als hinter mir eine gewaltige Elchkuh mit ihrem Zögling ins Wasser steigt. Der Wind steht günstig, sie nehmen mich kaum wahr. Keine 30 Meter trennen uns. Nach dem ersten Schock greife ich zur Kamera und mache Bilder. Es ist aufregend. Ich frage mich, wie es wird, wenn mir der erste Bär durch den Vorgarten rennt?

Sonne tanken für wildere Zeiten mit Sturm, Hagel und Regen

Abenteuer Yukon – Im Land der Bären

Seit Wochen lebe ich in der freien, wilden, ungebändigten Natur. Paddele, koche auf offenem Feuer, zelte auf Sandbänken und wasche mich in eiskaltem Wasser und muss dabei vor Schmerz schreien. Ein ausgiebiges Bad im Yukon dauert zehn Sekunden, keine einzige mehr. Der arktischen Sommer spendet mir dabei ausgiebig Licht: Er ist eine ununterbrochene Folge von Vor- und Nachmittagen. Die Einsamkeit, dem Wetter Tag und Nacht ausgesetzt, die Anstrengung: der Körper zahlt dafür. Der Geist streicht die Gewinne ein.
Auf einer Insel schlage ich mein Lager auf. Ich lasse meine Drohne steigen und bewundere die Perspektive: Wald bis zum Horizont. Zivilisation? Fehlanzeige. Nur ich bin zu erkennen. Auf der Insel stehend, ein kleiner, verwundbarer Punkt.

Das Lager auf einer Sandbank des Yukon aufgeschlagen

Hier gibt es dann die schon lang erwartete Begegnung mit einem Bären. Aber durch Abschreckung mittels Lauten und Körperbewegungen bleibt es bei einer Begegnung mit ausreichend Distanz zwischen mir und dem schwarzen pelzigen Fremden. Trotzdem wird die Begegnung mit einem Bären mir in bleibender Erinnerung bleiben.

In Gedanken schon in den menschenleeren Weiten des Yukon

Ich habe Kanada verlassen und bin in Alaska. Noch warten 2000 Kilometer auf mich, Monate werden vergehen. Werde ich die Beringsee vor Winteranbruch erreichen? Noch ist Hochsommer nördlich des Polarkreises. 

In der Wildnis von Alaska

Im Land der Yupik-Eskimos. Russian Village heisst die Siedlung und zeugt von der frühen Landnahme der Russen. Erst 1867 verkauften sie Alaska an die USA. Für 12 Millionen Dollar. Sie ärgern sich bestimmt bis heute.  Steven, ein stämmiger Vierziger nimmt mich mit auf Elchsafari. Die Knarre nur als Schutz, die Kamera soll die Waffe sein. Stundenlang warten wir geduckt auf einer Lichtung im dichten Wald. Schon bereiten wir uns vor zu gehen, da knackst es im Unterholz und ein stolzer Elch tritt aus der Deckung. Mitsamt Elchkuh und Kalb posieren Sie im Wasser.

Im Land der Yupik-Eskimos auf Elchsafari

Das Delta ist umwerfend groß. Und so flach, dass ich den Horizont von der Wasserlinie kaum unterscheiden kann. Tausend Inseln und Kanäle, die Orientierung fast unmöglich. Ich halte mich so gut es geht an das östliche Ufer. Der Herbstwind kommt auf, ich warte tagelang auf Flaute, dann sind es nur noch 10 Meilen bis zur windgepeitschen Beringsee. Ein letzter Tag auf einer langen Reise. Wütend braut sich eine dunkele Wolkenschicht über dem Delta auf. Ich lande auf einer Insel und blicke aufs Meer. Dahinter Ozean, dann Russland. Ein anderer Kontinent. Ich recke mein Paddel in die Höhe und bitte um einen weiteren Traum. Immer einen mehr, als die Realität zerstören kann.

Noch mehr (bewegte) Bilder der Tour gibt es in der Mediathek des WDR.
Die Vortragtermine sind auf Roberts Homepage zu finden.
Die Ausrüstung zur Reise gibt es im Packrafting Store.