13.01.2020

IN "SEENOT" - ODER WENN FELS IN WASSER MÜNDET

!!! Neues Boot im Einsatz !!!

So wenig wie man es einem Wassersportler wohl wünscht in Seenot zu geraten, so sehr sei es einem Kletterer empfohlen. Vorzugsweise am Falkenstein im Salzkammergut in Österreich. Die gleichnamige Route ist eine der beliebtesten Klettertouren am Wolfgangsee, spektakulär, landschaftlich einzigartig und ein kleines Abenteuer. 200m weiß leuchtender, kompakter Kalkstein ragen senkrecht aus dem türkisblauen Wasser – Zustieg nur mit Boot, eine ganz besondere Kombination. 
von Peggy Putzmann I Anfibio Packrafting


Vorbereitung

Das Abenteuer beginnt bereits auf dem Parkplatz in Fürberg. Neben der Kletterausrüstung liegen diesmal auch zwei Packrafts bereit, denn den Zustieg werden wir bei dieser Route mit dem Boot statt zu Fuß bewältigen. Ein Abseilen von oben zum Einstieg der Tour ist zwar prinzipiell auch möglich, allerdings steigt dann die Gefahr mit einem nassen Seil in die Route zu starten. Das wollen wir umgehen, außerdem ist auch die kleine Paddeltour von ca. 20 Minuten schon die Reise wert. Doch bevor wir ins Boot steigen, bedarf es einiger Vorbereitung. Schließlich ist der Einstieg wirklich direkt über dem Wasser, man hat keine Möglichkeit sich vorher noch einmal an Land zu sortieren. Daher ziehen wir schon am Parkplatz unsere Klettergurte und die Schwimmwesten an und verstauen die Kletterschuhe griffbereit in die DeckPacks. Das Doppelseil geben wir nochmal durch und legen die Seile getrennt in jeweils ein Boot ab. Unter den Spritzdecken der Packrafts können wir sicher sein, dass unser Kletterequipment auch trocken an der Wand ankommt. Ein Paddelbag und der Blasesack dienen als improvisierte Seilsäcke (jeweils 60m finden gut darinnen Platz) und halten die Seile im Fußraum des Bootes zusammen, als wir uns auf den Weg über den Wolfgangsee begeben.



Zustieg

Der 13km2 große See hat sich zu einem beliebten Ausflugsziel für Touristen etabliert. Besonders Sankt Wolfgang am Nordufer wird von den rund 600.000 Touristen regelrecht überschwemmt, die jährlich auf das kleine, knapp 800-Seelendorf einströmen. Davon merkt man aber auf der weniger erschlossenen Seeseite kaum etwas. Lediglich ein paar vereinzelte Ausflugsdampfer sehen wir heute in der Ferne vorbeifahren. Auch in der Kletterwand werden wir heute den ganzen Tag allein unterwegs sein. Auf der Hinfahrt halten wir uns am Uferbereich, kommen an einzelnen Inselchen mit dem bekannten Ochsenkreuz vorbei und erreichen schließlich die ersten Felsen. Diese ca. 25m hohen Felsen dienen aber vor allem Klippenspringern hier ihrer Leidenschaft nachzugehen. Wir beobachten einige Sprünge in das Mitte September noch recht warme Wasser, bevor wir die letzten Meter zu unserer Felswand in Angriff nehmen. Um die nächste Ecke taucht sie dann auch schon überraschend nah vor uns auf. Während wir noch unseren Einstieg suchen, kribbelt es uns bereits in den Fingern als wir uns ehrfürchtig die anderen, deutlich schwereren Routen der Falkensteinwand ansehen. Für uns ist auch die Route Seenot, wohl eine der bekanntesten und lohnendsten am Falkenstein, fordernd genug.



Wasser-Fels-Wechsel

Der Einstieg ist eindeutig, zwei dicke Taue hängen vom ersten Standplatz in ca. 1,5 Metern über der Wasseroberfläche bis ins Wasser. Wir ziehen wir uns etwas abenteuerlich aus den Booten an den Felsen und machen uns startklar. Nun macht sich die gute Vorbereitung bemerkbar: wir fixieren die Packrafts mit einem Riemen an dem Tau, holen die Seilenden aus den Seilsäcken und schließen nach dem Aussteigen aus den Booten die Spritzdecken wieder vollständig. Mit einer ausgeklügelten Logistik lässt sich so der Wasserkontakt mit den Seilen weitestgehend vermeiden.



Routenverlauf

Dann geht es los und endlich dürfen wir die ersten Meter am Felsen zurücklegen. Uns erwarten rund 6 Stunden Genusskletterei durch sieben Seillängen über glatte Platten mit feinsten Reibungstritten. Während die Boote unter uns langsam immer kleiner werden, wird der Blick über den See und die darum liegende Bergwelt immer eindrucksvoller. Die nach Süden exponierte Wand heizt sich auch bei spätsommerlichen Temperaturen schnell auf und wir sind froh, ausreichend Getränke mitgenommen zu haben.



Mit der dritten Seillänge erreichen wir dann die Schlüsselstelle der Tour. Sie beginnt mit einer zunächst klettertechnisch leichten, sanft auf- und absteigenden Querung. Am markanten Baum auf der Hälfte des Weges, steigen wir direkt weiter. Empfehlenswert ist hier allerdings ein Nachholen, da wir im zweiten, anspruchsvolleren Teil mit zunehmender Seilreibung zu kämpfen haben. Doch die Schlüsselstelle ist bestens abgesichert und auch den Griffen wurde durch ein gebohrtes Loch etwas nachgeholfen.

Und es bleibt nicht bei dieser einen Stelle, die künstlich unterstützt wurde. Der teilweise doch etwas übertriebene Einsatz künstlicher Tritt- und Griffhilfen sorgt auch in diversen Kletterforen immer wieder für kontroverse Diskussionen. Spätestens in der 6. Seillänge, einer überhängenden glatten Wand mit reichlichen künstlichen Griffen gespickt, sind wir dann aber doch froh über jede Hilfe. 
Die siebte und letzte Seillänge ist dann wieder eine leichte Genusskletterei an ausschließlich natürlichem Felsen. Die Tour weist dank der Griffe und Tritte einen recht homogenen Charakter auf und der Gesamteindruck mit den schönen Platten und den großen natürlichen Henkeln im festen Kalkstein bleibt uns vordergründig in Erinnerung. 



Abstieg

Oben angekommen suchen wir den etwas versteckten Weg zur Abseilpiste. Dank des Doppelseils sind wir bereits nach viermaligem Abseilen wieder an den Booten. Wir positionieren die Packrafts so, dass das abgezogene Seil möglichst auf den Booten statt im Wasser landet. Durch etwas Gestrüpp in direkter Falllinie des Seils, lässt es sich erstaunlich dosiert abziehen und wir können mit größtenteils trockenem Equipment im Halbdunkel zurückpaddeln.

Tipps für eine gelungene Wasser-Fels-Kombination
  • Nicht nur dem Routenverlauf am Felsen sollte man seine Aufmerksamkeit schenken, auch dem Wasserweg sollte man sich mit Hinblick auf mögliche Gefahrenquellen widmen.  
  • Wie der Klettergurt zum Klettern gehört, so gehört auch die Schwimmweste zum Paddeln. Auch bei einer kurzen Zufahrt, geht Sicherheit vor! Gerade schwer behangen mit allerhand Exen ist man mit ausreichend Auftrieb auf der sicheren Seite.
  • Vorbereitung ist das A und O: Auf den ersten Blick passen ja Wasser und Klettern nicht so richtig zusammen. Denn vor allem das Seil sollte nicht nass werden, da es sonst schwer, schlechter händelbar und weniger dehnfähig wird. Somit erhöht sich das Risiko von Verletzungen bei Stürzen. Um das zu vermeiden, sollte man sich schon an Land beim Beladen der Boote genau überlegen, wie der Wasserstart in die Route am besten gelingt.
  • DeckPack fürs Wasser, Daypack für die Wand: Während des Paddelns sorgen wasserdichte Taschen und ggf. eine Spritzdecke für eine trockene Ausrüstung. Doch für Routen dieser Länge sollte auch nicht die gesamte Tagesverpflegung im Boot zurückbleiben. Vor allem ausreichend Getränke gehören mit in die Wand. Am Wandfuß dagegen dürfen Bootszubehör, wie Schwimmweste, Paddel oder Wechselschuhe bleiben. 
  • Paddeln – Sichern – Klettern – Sichern – Klettern – … – Abseilen – Paddeln, dass ist ganz schön Arm lastig. Auch wenn die Tour für alpine Verhältnisse sicherlich noch zu den kürzeren Routenverläufen zählt, sollte man die Gesamtanforderung nicht unterschätzen. Für besonders versierte Kletterer bietet die Falkensteinwand dagegen noch vielzählige Möglichkeiten sich an schwereren Routen auszutoben.




Eckdaten: Seenot – Falkenstein

Ausgangsort: Fürberg
Zufahrt mit Boot: ca. 20 min
Kletterhöhenmeter: 200m
Seillängen: 7
Schwierigkeitsgrad (UIAA): 7-
Absicherung: sehr gut mit Bohrhaken
Exposition: Süden
Berg: Falkenstein 717m

Packliste
  • 60m Doppelseil
  • 13x Expressschlingen
  • Helm
  • Kletterschuhe
  • Klettergurt mit entsprechendem Material
  • Kleiner Tagesrucksack mit Getränken und Verpflegung
  • Stirnlampe
  • Wechselschuhe
  • Anfibio Buoy Boy (Schwimmweste)
  • Anfibio Basic (Paddle)
  • Riemen zur Bootsbefestigung
  • Blasesack
  • Paddelbag
  • Anfibio DeckPack (Tasche)
  • Anfibio Rebel 2K (Packrafts)


Fazit 

Kletterer gehören, wahrscheinlich genauso wie auch viele Wassersportler, zu einer ganz eigenen Spezies. So wie die meisten Klettersportler wohl eher der wasserscheuen Art angehören, waren wahrscheinlich auch die wenigsten Wassersportler schon einmal am scharfen Ende eines Seiles eingebunden. Und doch verbindet beide Outdoorsportarten ein entscheidendes Element: die Leidenschaft und Begeisterung zu ihrer Fortbewegungsart.

12.12.2019

POLAR NIGHT EXPEDITION LAPONIA - TRAINING (2)

See previous post for an introduction of the trip idea, equipment and the team!

from Valentine Drouillard Dr, @Les.Engeges

We are aiming to reach the North Cape from northern Finland. Departure on December 27, 2019. At this time of year, it will be a total and icy night, punctuated by northern lights. Not a single ray of sunshine for three weeks. Temperatures will range from -15°C to -40°C. A polar night and amphibious expedition. We will therefore have to orientate ourselves at night, through snow-covered plains and forests, mountains, lakes and rivers. At the end of a 200 km journey we will reach the sea. That's when things will get tough!


TRAINING SESSIONS (2)

1. LOIRE RIVER by NIGHT

To reach this most northern point of Europe we will have to cross a last inlet, with our 60 kg of equipment per person. To overcome this challenge, we have chosen to rely on our packraft. And this weekend, we are testing this choice in a representative environment: the wild French river par excellence, the Loire.

Midnight

The principle is simple. A starting point, a destination point, several kilometers apart. You must connect the two points, to the compass by walking straight ahead, whatever the obstacles. Fields, forests, brambles, rivers. Draw the azimuth despite difficulties, lights off. We learn to orient ourselves at night, anxious to prepare for this polar night that awaits us for our next expedition, starting on December 28.

4 AM

We inflate our packrafts and lights them with garlands. Launching is difficult because the shoreline is steep and the cournat carries the boat away as soon as it is launched. We load our bags, and start paddling.  Eric and Thomas in the Anfibio Delta MX, Maxime and Valentin in the MRS Adventure X2. Forward! Forward! 

The Loire offers us its wild atmosphere. Its wooded banks, deserted islands and sandbanks. From time to time a fish jumps in front of the packraft and makes us startle. The lights of the city glow on the horizon. The sound of the water rocks us. We are surprised by the poetry of this river. The packrafts shine like fireflies and the atmosphere is magical.  But the cold quickly numbs us and it is in transit that we finally disembark, 200 m from the car. We deflate the packraft and fold them carefully, repressing some chills.



2. THE ATLANTIC OCEAN

Night 1

We leave the camp at 11pm for a quarry flooded by the sea. The place is worthy of a movie set. Dark, standing water enclosed by high, steep, vertical buttresses. Above, at night, the clouds and the moon, which bathes the quarry with its halo of light. We feel tiny.



Once this moment of poetry is over, we return to the concrete things. Our three raft packages (one Anfibio Delta MX and two MRS Adventure X2) are inflated and illuminated. Facing the water, we are already in order of battle. 

We dock the empty pulka to our smallest raft pack, the MRS Adventure X2, designed for one person. We use a short strap so that the pulka is as close as possible to the ship. This will make it more manageable and limit its pulling force on the boat. 
One of us takes to the water and starts paddling. The raft pack goes to sea and the pulka follows. It floats. Good news! We repeat the experience by adding weight to the pulka and loading 40 kg at the front of the raft pack. The coupling is slower but also more stable.
On this smooth sea everything works. What will happen in the event of rough seas? In preparation for the test the next day we are experimenting with a more appropriate training. We grab a few carabiners and ropes. 6 knots of capstan later and the three raft packs are stowed together. The most massive of them, a true flagship, is in the middle. He'll take the weight on board. On both sides, the two lighter packrafts will act as wingers with a simple paddle.



It's not a catamaran but it works! We are stable, mobile and this composite boat is easy to handle. We quickly realize that using a single paddle instead of a double paddle has another advantage. Water no longer runs off in the raft pack and on our gloves. We are relieved: in Lapland, in a cold atmosphere, these drops would have quickly frozen on our hands, which would have caused serious "inconveniences".

Night 2

We are still by the fire when we get equipped. It's 11:00. It is dark. The thermometer displays 6°C. The wind blows to bend the trees and we can hear in the distance the waves crashing on the beach. It is without much conviction that we are putting on our goretex for this frontal launch project. We know we have a beating to do. We know that the ocean will push us back to the beach. Which we'll still try to cross, no matter what.

These conditions are much more difficult than what we will find in Lapland. But we are in training and training must be difficult. The wind is so strong that we have to raise our voice to communicate. It's not a big deal. Everyone knows what he has to do, everyone knows his mission. 


However, the wind makes things difficult and it will take us 30 minutes to assemble our three packrafts and pulka in one piece. After a fail in a massive wave we took a second round with the following resolutions:

(1) We need to be more persistent, more offensive and move faster between waves. We have to pass them in record time and get on our packraft and paddle with all our strength. 
(2) We must avoid at all costs that our boats fill with water because we will be nailed to the place. In the next round we manage the paddling way better and acting as a team. With these experiences we will us ready for our expedition in Lappland.

How to iluminate your packraft? See our tipps and tricks section!

27.11.2019

8. GEBRAUCHTBOOTVERKAUF

Zum achten Mal verkaufen wir zum Saisonende unsere gebrauchten Boote aus dem Vorführ- und Mietbestand. 

Die Boote waren überwiegend nur eine Saison im Einsatz (weitestgehend Baujahr 2019). Das Material hat durchweg einen guten Zustand und ist z.T. mit Extras ausgerüstet (Leinen und Riemen-Set, etc.). 

Wie üblich gib es das Angebot immer im Paket (mit Paddel). Dazu behält man die Garantie (1 Jahr) und ein Rückgaberecht (14-Tage), hat also kein Risiko im Gebrauchtkauf. Im Gebrauchswert ist das Angebot gegenüber dem Neukauf deutlich attraktiver. 

Achtung das Angebot läuft nur bis 31. Dezember. Da es sich um Einzelstücke handelt, bleibt der Zwischenverkauf vorbehalten.