18.12.2018

ZWEI MONATE GRÖNLAND - Eine weitere Drohne versenkt ...

Gabriel is back! Wir alle erinnern uns an seinen Beitrag vom Frühjahr, aus der Schweiz, im Wildwasser. Schon damals war klar, wohin die Reise geht, ins ewige Eis, oder doch ins "Grüne Land", wie es die Wikinger nannten? Warum nicht einfach beides. Hier kommt der Bericht dazu, Greenland reloaded: 


Unser aktuelles Teaserbild auf verschiedenen Kanälen. Die Geschichte dazu folgt jetzt!
von Gabriel Gersch

Nachdem ich im Vorjahr schon ein paar mehrwöchige Packrafting-Touren in Grönland unternommen hatte, wollte ich im Sommer 2018 unbedingt auf die Insel zurückkehren. Dafür knüpfte ich mir zwei absolut spektakuläre Gegenden vor, durch die ich Routen mit einer Dauer von je ca. 4 Wochen plante:

1. Den Nordwesten

Karge Felslandschaften, riesige Eisbergen und ständige Sicht auf das gigantische Inlandeis:


Der Nordwesten Grönlands steht vor allem für seine gigantischen Eisberge, die oftmals über 100 Meter aus dem Wasser ragen. Zwischen diesen Eismassen herumzupaddeln ist für mich ein einzigartiges Erlebnis, auch wenn es stets mit gewissen Risiken verbunden ist, schließlich sind viele Eisberge eher instabil.

Die Natur ist rau, Stürme keine Seltenheit und die Menschen in ihren Dörfern leben die meiste Zeit des Jahres unter widrigen Bedingungen. Dennoch ist die Natur unvergleichlich schön.


Massive Eisberge und karge Berge prägen das Bild um Uummannaq 
2. Den Süden

Geprägt von hohen Bergen, tief eingeschnittenen Tälern und mehr Vegetation:


Fantastisch ist auch der Süden des Landes, wo die Temperaturen nicht ganz so weit unter den Gefrierpunkt sinken. Mich faszinierten dort vor allem die über 1000 Meter hohen Felswände, die in der Gegend um Aappilattoq steil aus den Fjorden ragen.

Im September verwandelte sich dann alle Vegetation in eine bunte Farbenpracht und in den Nächten funkelten die Polarlichter am Himmel. All das kenne ich aus vielen anderen Reisen durch arktische und subarktische Gebiete, aber langweilig werden diese Spektakel nie.


Lieblicher, aber auch alpiner ist die Szenerie ganz im Süden der Insel
Herausforderungen

Beide Routen führten durch komplett wegloses Gelände, abseits der Siedlungen gab es fast nirgendwo Zivilisationsspuren. Immer wieder wurden die Abschnitte an Land von Fjorden unterbrochen – dann muss man entweder über das im Sommer stark zerklüftete Inlandeis kraxeln, oder man paddelt übers Wasser.

Da der Eisweg nur mit voller Alpin-Ausrüstung möglich ist, entschieden wir uns auch diesmal wieder für Packrafts. Trotz des relativ niedrigen Gewichts der Boote wurden die Rucksäcke recht schwer.


Nicht immer nur eitel Sonnenschein, dazu schwere Rucksäcke, die Highlights wollen verdient sein ...

"Mit aller Ausrüstung und Essen für bis zu 17 Tagen kommt man schnell über die 30 kg Marke. Ich schleppe zusätzlich einiges an Foto-Kram mit, weshalb ich beide Touren mit über 40 kg auf den Schultern startete."


Saqqag, ein kleines, aber wunderschönes Dorf im Norwesten Grönlands 

Logistisch war’s auch nicht ganz einfach. Weil in den kleinen Siedlungen in Grönland mitunter nur eine sehr eingeschränkte Auswahl an Lebensmitteln verkauft wird, mussten wir unseren gesamten Proviant für die beiden Monate in Paketen nach Grönland schicken. Zwischengelagert wurden diese Pakete bei sogenannten „Water Taxis“, die uns mit dem Boot zu unseren Ausgangspunkten brachte bzw. nach Ende der Touren wieder abholten. Als verlässliche Partner seien hierbei die Unternehmen Ummannaq Seasafaris, Blue Ice und Nanortalik Tourism genannt. 

Alle organisatorischen und physischen Herausforderungen lassen sich jedoch gut bewältigen, wenn man Freunde hat, mit denen man so ein Abenteuer teilen kann.


Auch ein paar Tage Regen und Sturm lassen sich mit der richtigen Motivation gut überstehen.

"Überhaupt hängt der Erfolg solcher Reisen meiner Erfahrung nach mehr von psychischen Faktoren wie Motivation und Durchhaltevermögen ab, als von körperlicher Stärke."

Packrafting-Ausrüstung

Für diese Reise haben wir uns für zwei Bootstypen entschieden: Perfekt ist aus meiner Sicht das Anfibio Sigma TX, weil es extrem leicht und dennoch groß genug ist, um eine Person mit sehr viel Gepäck sicher zum anderen Fjordufer zu bringen. Auf kurzen Flussquerungen oder mit wenig Gepäck kann man es auch problemlos zu zweit fahren.

Durch das verstärkte Bodenmaterial mussten wir beim Ablegen und Anlanden nicht allzu vorsichtig sein, die Robustheit ist für stehende Gewässer und leichte Flüsse absolut ausreichend. Damit ist das Sigma TX zu meinem absoluten Favoriten für Grönlandtouren geworden, auf denen keine schwierigen Wildwasserabschnitte befahren werden.


Die Anfibio Sigma TX Packrafts sind für zwei Personen oder eine Person mit viel Gepäck ausgelegt. Dennoch wiegen sie nur knapp über 2kg.

Ein paar meiner Mitreisenden entschieden sich für das MRS Alligator 2S, das schwerer, robuster und wildwassertauglicher ist. Für Grönland eigentlich ein overkill, aber dafür universal einsetzbar.

Das heißt, wer ein Packraft für alle Einsatzzwecke braucht, ist mit dem Alligator bestens beraten. Wer sich zwei verschiedene Modelle leisten kann, dem rate ich zum Alligator fürs Wildwasser und zum Sigma, Delta oder Alpha für einfache Gewässer.


MRS Alligator 2S und Anfibio Sigma TX auf dem "Blue screen". Egal mit welchem Boot, das Paddeln vor massiven Eisbergen gehört wohl zu den erhabensten Erlebnissen, welche Grönland zu bieten hat.

Zusätzlich hatten wir Anfibio Vertex Paddel dabei. Und natürlich die Anfibio Buoy Boy Schwimmweste, die sich in der Szene mittlerweile schon zu einem „Must Have“ für Fjord- und Seebefahrungen entwickelt hat. Auf Helm und Trockenanzug haben wir verzichtet.

Höhen und Tiefen

Unfälle und ernsthafte Schwierigkeiten gab es in diesem Jahr keine. Fjordquerungen im Packraft stellen natürlich immer das höchste Risiko dar – wenn man auf einem 8 km breiten Fjord kentert und im eiskalten Wasser schwimmt, wäre die Not groß. Wir achteten immer darauf, eng beieinander zu bleiben und im Zweifel (z.B. bei zu viel Wind mit hohem Wellengang) auch umzukehren.


Ein Partner und Boote mit Reserven bieten Sicherheit.

Kleinere Verluste gab es allerdings schon zu beklagen. Am wahrscheinlich spektakulärsten Ort unserer Reise, einer Eishöhle im Gletscher, versenkte einer meiner Mitreisenden seine Drohne. Wir wollten eigentlich nur an der Gletscherzunge entlang paddeln, um zum anderen Ende des Fjords zu gelangen, als plötzlich diese Höhle im Eis auftauchte. Gefährlich war es allemal, aber wir konnten der Versuchung nicht widerstehen und paddelten hinein:


In der Eishöhle ... denn wir konnten nicht widerstehen!

Kaum in der Höhle angekommen, empfing das Teil kein Signal mehr und flog nach oben, wo es an die Eisdecke prallte. Sekunden später verschwand es in den Untiefen des Meeres, da war nichts mehr zu machen.

"Eine Eishöhle im Packraft zu erkunden, gehört zu den einzigartigen Erlebnissen meiner Zeit als Packrafter, aber die Drohne nebenher fliegen zu lassen, war wohl keine so gute Idee ..."

Die merkwürdigste Geschichte erlebten wir jedoch mit folgender Begegnung.

Unterwegs im Nordwesten Grönlands trafen wir einen Franzosen, der seit über 15 Jahren eine kleine Insel mit ca. 200 m Durchmesser bewohnt. Er verbringt dort immer die Frühjahr- und Sommermonate, allein. Besuch bekommt er selten, kaum jemand weiß, wo genau er ist. Wir sind durch Zufall auf „seine Insel“ gestoßen, die er als „autonome Republik“ bezeichnet.


Wir nannten ihn den „Greenlandic Survivor“./span>

Aus Treibholz, Müll und Naturmaterialien hat er sich drei kleine „Ferienhäuser“ (Cottages) gebaut, in denen er Unterschlupf findet. Trinkwasser gewinnt er aus Eisbrocken, die er mit dem Hammer von umherschwimmenden Eisbergen schlägt. Er ernährt sich vor allem von Muscheln und Fischen, die er aus dem Kajak heraus fängt. Er zeigte uns alle Ecken seiner Insel, so wie man Gäste durch einen Palast führt: Mit Stolz und in Erwartung unseres Respekts. Bilder durften wir machen, nur seinen Namen und die genaue Location möchte er nicht im Internet stehen haben.


Kommt der Wind aus der richtigen Richtung, geht’s überraschend schnell voran, auch ohne Segel!

Wir alle hatten einen atemberaubenden Sommer und kehrten unverletzt und mit vielen tollen Erfahrungen zurück in die Heimat. Nicht auszuschließen, dass es für mich bald noch einen dritten Grönland-Sommer geben wird.

14.12.2018

7. GEBRAUCHTBOOTMARKT

Zum siebenten Mal verkaufen wir zum Saisonende unsere gebrauchten Boote aus dem Vorführ- und Mietbestand. 

Die Boote waren überwiegend nur eine Saison im Einsatz (weitestgehend Baujahr 2018). Das Material hat durchweg einen guten Zustand und ist z.T. mit Extras ausgerüstet (Leinen und Riemen-Set, etc.). 

Wie üblich gib es das Angebot immer im Paket (mit Paddel). Dazu behält man die Garantie (1 Jahr) und ein Rückgaberecht (14-Tage), hat also kein Risiko im Gebrauchtkauf. Im Gebrauchswert ist das Angebot gegenüber dem Neukauf deutlich attraktiver. 

Achtung das Angebot wechselt über den Angebotszeitraum (bis 24. Dezember), da es sich um Einzelstücke handelt, die dem Zwischenverkauf vorbehalten bleiben. 





13.12.2018

BIWAK ROCKS THE BALKANS (German TV-Documentation with English Subtitles)

DE
Our dearest non-German readers, enjoy our latest TV-Documentation now with English subtitles!

The trip led truly amphibious through swamps, mountains and white water of the Balkan Peninsula, in Montenegro at the Skutari Lake and in the Cijevna Canyon of the Albanian Alps.

Trailer


Hit the CC button in the video player control elements to enable the English subtitle feature!

We experienced frequent land-water change, trips to small islands, through flood forests, to beaches and monastery islands.

Practical information 
von Sven Schellin I Anfibio Packafting
Fotos: Holger Liebrenz I BIWAK TV
  1. Tour map - our route
  2. Equipment - our packrafts of choice 
  3. Making-of - view behind the scenes 
  4. Story - people and faces from the road
  5. Result - TV report in full length
  6. Conclusion
1. Tour map - our route

Follow the route of the team on this interactive map. By clicking on the symbols (photo, info, starting points) you get more content. The sections on foot or on water are marked by different colours. The change between the modes of transport is marked as entry and exit point.


2. Equipment - our packrafts of choice

What kind of funny boats are these? Where are the square tents? Are the shoes really waterproof? Here are the answers to what equipment the  team used on their Balkan trip.


Thorsten and Jens (camera) used an Anfibio Sigma TX, the freighter among the ultra-light packrafts. With a weight of 2.1 kg, it has an internal dimension of 1.60 m and a capacity of 220 kg.


A pyramid tent (e.g. the Bear Paw Luna 4) is particularly practical for packrafting as it can be set up with a paddle, e.g. the length-adjustable Anfibio Ultimate.

Waterproof bags (e.g. Anfibio Multibag) and waterproof shoes (e.g. Merrell Maipo) are essential in an amphibious environment. A backpack boat in the truest sense of the word is the Anfibio Delta MX with 1.6 kg from Sven.


In whitewater we used completely different equipment, especially for safety reasons (MRS Alligator 2S and a MRS Alligator 2S Pro including life jacket, dry suit and helmet).

4. Making-of - view behind the scenes

Camera films camera and has a look next to the shooting place :)


5. Story - people and faces from the road

The film is the tour and the tour is the film, you can't make a separation. In this respect I can confirm that everything is completely authentic. The team lives 100% with the shooting and this is the adventure itself..

Moderator Thorsten Kutschke and Sven Schellin at the evening interview in the mountains. 

The whole crew gathered (from left to right Holger (organization), Sven (Packraft/Guiding), Jockel (sound), Jens (camera), Johny (Drone), Thorsten (moderation).

Raki for breakfast or brandy at the roadside,  people and countryside are always involved. 

Not always beyond all doubt. Where do we go next? The art of route finding as team work.

6. Result- TV report in full length


Hit the CC button in the video player control elements to enable the English subtitle feature!


7. Conclusion

Novel writer Karl May has described them, despite never been there, but there they really exist, the gorges of the Balkans. The canyon of Cijevna and Lake Skutari are such examples. The clear, turquoise waters come directly from the Albanian Alps crossing borders. We made it especially easy for ourselves and paddle with our Packrafts the fair and temperate (wild) water of this region. But no matter what boat, no matter which river, every paddler has to experience the gorges of the Balkans once in a lifetime.

11.10.2018

SCHWIMMWESTE FÜR DROHNE GESUCHT - NORWEGEN KENNENGELERNT

 von Peggy Putzmann I Anfibio Packrafting 

Man ahnt, welchen Ausgang diese Geschichte nimmt. Aber der Reihe nach. 

Ganz am Anfang bestand das Set-up aus vier Packrafts, drei Wochen Zeit, zwei Piloten und einer Drohne. Alles bereit für eine Reise zu den Seen, Fjorden und zahmen Flüssen (Süd-)Norwegens.


Moment mal, wieso 4 Packrafts für 2 Leute? Ganz einfach, weil wir es uns leisten können. 

Sei es dahingestellt, ob finanziell, in jedem Fall aber vom Platz in unserem Reisegefährt (Ford Tourneo Connect). Jeden Tag abwechselnd ein anderes Boot, welch ein Luxus. Aber ganz ehrlich, die Reise fällt natürlich auch unter die Kategorie Ausrüstungstest. Dienstreise sozusagen. Da darf es auch mal etwas mehr Ausrüstung sein. Nach einem langen, warmen und arbeitsreichen Sommer waren aber auch drei Wochen Urlaub in kühleren Gefilden verdient.

Ein Überblick über die schlussendlich durchgeführten Touren liefert folgende interaktive Karte (Klick auf die verschiedenen Symbole für Fotos und weitere Infos):



Im Gepäck hatten wir Schwimmwesten, Paddel, Trockenanzüge, und eben die 4 Boote. Sowohl die sportliche Vollausstattung, zwei Alligator 2S (Pro) mit Gepäckreißverschluß und Spritzdecke, als auch eine minimalistische, ultraleichte Kombination aus dem Anfibio Alpha XC und Delta MX gehörten für drei Wochen zu unserer Ausrüstung. Auch wenn wir keine Wildwassertouren planten, waren wir so für unsere (Kurz-)Touren sehr flexibel für Trekkingtouren mit Wasserwanderanteilen und Paddeltouren mit Wanderanteilen. Dennoch, der Verzicht auf eine Spritzdecke bei den kalten Gletscherseen, tiefen Fjorden und eisigen Gebirgsflüssen schien eigentlich etwas befremdlich …

Erkenntnis Nummer 1 

Die erste Tour auf einem kleinen, sonst unzugänglichen Seitenfjord des Josenfjorden fand daher auch mit den Alligatoren statt. Schwimmweste über die Spritzschürze, Paddel fix zusammengesteckt und los ging es auf den ruhig daliegenden Meeresarm. 

Es war windstill, daher entschieden wir uns gegen die Trockenanzüge. Dank der Spritzdecke blieben wir auch trocken, doch auf dem Rückweg frischte der Wind überraschend stark auf und einige Wellen bildeten sich auf dem eben noch spiegelglatten Meeresarm. Als wir den Fjord zurückquerten, mussten wir uns doch eingestehen, dass die Trockenanzüge nicht die schlechteste Wahl gewesen wären. 

Sicherlich, es bestand noch keine Kentergefahr, doch im schlimmsten Fall wäre ein zurückschwimmen aus der Fjordmitte an den Rand im ca. 10°C kalten Wasser sicherlich kein Spaß mehr gewesen. Bei allen folgenden Touren stand das Mitnehmen der Trockenanzüge außer Frage.


Erkenntnis Nummer 2 

Die folgenden Trekkingtouren zu Land und zu Wasser erstreckten sich bis zu drei Tage ohne Versorgung. Entsprechend gut füllten sich die Rucksäcke. Die zusätzliche Paddelausrüstung führte schließlich dazu, dass sich unsere Anforderungen an die Packrafts änderten. Packmaß und Gewichts wurden zu wichtigen Punkten. Durch die Trockenanzüge konnten wir wiederum gut auf eine Spritzdecke verzichten. Wir sahen die offenen, ultraleichten Boote plötzlich unter einem ganz neuen Aspekt. Rasch entwickelte sich dieses Set-up aus minimalistischem Boot, aber voller Montur zu unserer Lieblingskombination. 

Denn Trockenanzüge erweisen sich auch an Land als äußert praktisch und vielseitig. Ob ein Stück durch den Fluss waten ohne nasse Füße zu bekommen, weil er doch etwas flacher als gedacht war, abends beim Zelt aufbauen als Windschutz oder um trotz Spritzwasser im Boot trocken zu bleiben… dass mitnehmen der Trockenanzüge bereuten wir nie und das zusätzliche Plus an Sicherheit für den Ernstfall beruhigte. 

Unsere Trekkingrucksäcke packten wir in sogenannte Jerven, eine norwegische Erfindung einer beschichteten Plane mit vielzähligen Einsatzmöglichkeiten. Die Rucksäcke blieben trocken, die Jerven selbst nutzten wir später als Footprint fürs Zelt oder als Regenponcho.



Erkenntnis Nummer 3

Auf der letzten Paddeltour, wieder auf einem Fjord, kamen dann doch nochmal die Alligatoren zum Zug. Packmaß und Gewicht spielten diesmal keine Rolle, die Fahreigenschaften wussten wir dagegen auf der langen Wasseretappe zu schätzen. Auf die Trockenanzüge verzichteten wir diesmal aber trotzdem nicht. Die Stimmung war entsprechend gut. 

Mitten auf dem Fjord gibt es natürlich die besten Bilder, vor allem aus der Luft. Ein prädestinierter Einsatz für unsere Drohne. Angesichts der allgemein knappen Akkulaufzeit entschieden wir uns für Start und Landung aus der Hand auf dem Wasser aus dem Boot heraus. 

Grundsätzlich sind Start- und Landemanöver aus der Hand durchaus machbar, wir hatten diese auch bereits mehrfach erprobt (obgleich sie nicht ganz ungefährlich sind bei Rotoren mit 15000 Umdrehungen pro Minute), bislang allerdings immer von einem festen Stützpunkt aus … 

Diesmal trieben wir ca. 100m vom steilen Fjordrand entfernt. Die besondere Herausforderung bei dieser Art von Landung besteht darin, die Drohne exakt seitlich zu dem Fangenden zu fliegen. Denn vorn und hinten besitzt die Drohne jeweils Sensoren. Sobald diese ein Hindernis auf weniger als zwei Meter Abstand erkennen, fliegt die Drohne automatisch auf Abstand. 

Da man sich aber immer minimal in den Booten dreht, abtreibt und dadurch leicht bewegt, wurde dieses Unterfangen zu einer unlösbaren Aufgabe. Das Katze-Maus Spiel ging ca. zweieinhalb Minuten. Dann fiel auch noch unerwartet das Handydisplay aus. 

Blind flogen wir Richtung Land, um eine Chance auf rettendes Ufer zu bekommen. Aber die Sicht war schlecht und der Akku war schwach. Im Sinkflug schlug die Drohne ins Wasser ein, um innerhalb von Sekunden mehr als fünf Meter abzutauchen - inklusive Speicherkarte aller Drohnenaufnahmen.

Ein Trost ist, dass es offensichtlich nicht nur uns so ergangen war, denn eine Schwimmhilfe für Drohnen ist tatsächlich schon erfunden. 

Das nächste Mal wird die Sicherheitsausrüstung dann auch  für unser „Baby“ ergänzt (und trotzdem nur vom Land aus geflogen)…

Fazit zur Ausrüstung

Natürlich gibt es nicht das perfekte Packraft für alle Gelegenheiten.

Nach drei Wochen mit unterschiedlichen Booten im Gepäck hat sich unsere Einstellung zu den verschiedenen Packrafttypen jedoch grundlegend geändert. Für unsere ein- und mehrtägigen (Trekking-)Touren mit zahmen Gewässern, aber vollem Gepäck, waren die Anfibio Packrafts optimal. Geringes Gewicht, kleines Packmaß, ausreichend robust und in Kombination mit einem Trockenanzug durchaus vielseitiger, als manch Boot mit Spritzdecke. 

Wer allerdings wildere Gewässer aufsuchen möchte und lange Etappen auf dem Wasser verbringt, kommt um eine Spritzdecke und lange Bootsformen nicht herum.

Details zur eingesetzten Ausrüstung gibt es hier.