PACKRAFTS

Charakteristiken, Modelle und Bezug

Wenn man die Idee liebt, wird man das Produkt mögen.

Ein Packraft ist ein sehr leichtes, aber dennoch stabiles 'Rucksackboot' für den kombinierten Einsatz aus Wandern und Paddeln. Es muss immer den Elementen Sonne, Sand, Salz, sowie Kälte widerstehen und ist genau dafür gemacht, oft und unsentimental zusammengepackt zu werden. Die Analogie zum synonymen Schweizer Messer liegt nahe: klein, nützlich, vielseitig - und immer dabei. Ob tatsächlich im Wildwasser als „Raft“ eingesetzt oder nicht, ein Packraft muss leicht, zäh und simpel sein.

Kerneigenschaft Packmaß, welches nicht über
dem eines Zweipersonen-Zeltes liegen sollte

Kommerziell verfügbare Packrafts bzw. eine Auswahl an Booten, welche durch Material und Konstruktion den Zweck eines amphibischen Einsatzes für sich beanspruchen, werden im Sortiment des Anfibio Packrafting Stores vorgestellt (siehe auch folgende Vergleichstabelle). Testberichte und Reviews des Blogs finden sich hier.

Material-technisch gehören Polyurethane (PU) zum Wesensmerkmal von Packrafts. Sie unterscheidet sich von anderen Materialbeschichtungen im Luftbootbau durch Gewicht, Alterungsbeständigkeit und Abriebfestigkeit. Außerdem sind sie kälteelastisch und UV-resistent.

Keine Packrafts sind daher nach unserem Verständnis sämtliche Schlauchboote aus PVC oder Hypalon und solche die den  Grenzwert von 4 kg deutlich übersteigen,

Quasi - Packrafts sind solche Boote, welche vom Hersteller nicht als Packraft ausgewiesen sind, aber ein akzeptable Verhältnis aus Robustheit und Gewicht bezüglich der Nutzung im Sinne eines Packrafts ausweisen. Dazu gehören jene aus militärischen Beständen (Überlebensboote) und der zivilen Luftfahrt (Rettungsboote) genauso wie Freizeitboote der 80er Jahre sozialistischer Produktion (CSSR, DDR, SU), welche oft robust waren und rund 4 kg wogen. Beispiele hierfür sind das Modell B73 von den VEB Gummiwerken Elbe. Zu finden im BW-Shop.

Der Unterschied macht sich auch beim Aufbau bemerkbar. Statt einer Pumpe kommt bei Packrafts typischerweise ein Blasesack aus leichtem Nylon zum Einsatz. Ein paar Ladungen Luft reichen, um das Grundvolumen zu füllen. Der Rest wird per Lunge erledigt, wobei der beschränkte Druck beabsichtigt ist.


Grundberührungen und Seitenaufprall werden so locker weggesteckt. Der Niedrigdruck ist Teil des Konzeptes. Die Grundstabilität wird beim Einsitzer über den eigenen Körper erreicht. Insofern ist auch die kurze Baulänge  (neben der Gewichtsreduktion) gewollt. Aber keine Sorge, es wird nicht kollabieren, wenn man locker drinsitzt. Das „Federsystem“ wird erst bei wuchtigem Wildwasser von Bedeutung.

Auf ruhigem Wasser liegen die Limitationen eher in der Geschwindigkeit. Die relativ kurze Baulänge lässt (Rumpf-)Geschwindigkeiten von nicht mehr als 4-5 km/h zu. Um dort hinzugelangen, bedarf es allerdings nicht viel. Die geringe Masse macht sich in der Tat in geringer Trägheit und Verdrängung bemerkbar. Von der gesparten Zeit beim Auf- und Abbau bzw. der Logistik allgemein ganz zu schweigen. Auch die Windanfälligkeit ist relativ. Packrafts sind natürlich keine Seekajaks, aber schlicht so klein, dass sie im Verhältnis zur Muskelkraft eine geringe Wind-Angriffsfläche haben. Ein großer Kanadier hat definitiv mehr Breitseite. Wegen der geringen Abmessungen (ca. 2,5 m Packraft vs. 5 m Kanu) ist die Kraft des Windes absolut gesehen kleiner und damit leichter zu kompensieren. 

Das Boot bleibt jedoch Mittel zum Zweck und soll das Reiseerlebnis bereichern. Packrafts sind Universalgeräte, welche keine Spezialisierung erfordern, quasi das Smartphone für den Outdoorer. Sie werden die Art und Weise zu Reisen  dennoch verändern.

Testberichte und Reviews im Anfibio Packrafting Blog
Vergleichstabelle zum Sortiment des Anfibio Packrafting Stores