Nach seinem ersten Beitrag zur Packraft-Städtetour durch Bremerhaven
erzählt euch
Vladimir, deutscher Vize-Meister im Freediving, in diesem Beitrag von seinem
Urban Packrafting Tipp in Bamberg. Mehr Wassersport- und Mikroabenteuer findet ihr auch auf Vladimirs
YouTube-Kanal „Freediving und mehr“.
von Vladimir Poliakov
Nachdem ich eine neue Möglichkeit gefunden habe, Städte auf eine andere Art
vom Wasser aus zu entdecken, versuche ich meine Begeisterung weiterzugeben.
Ich suche mir ebenso wasserbegeisterte Begleiter und finde sie sogar in meinem
Bekanntenkreis.
Als nächste Stadt habe ich Bamberg ausgewählt. Bamberg wird oft als „Venedig
des Frankenlandes“ bezeichnet. Die Stadt vom Wasser aus zu entdecken, hat
ihren ganz eigenen Reiz. Während sich viele Besucher durch die Altstadtgassen
bewegen, erlebt man die historischen Gebäude, Brücken und Kanäle aus einer
völlig anderen Perspektive.
Wir hatten Besuch von guten Freunden, die Bamberg noch nie gesehen hatten. Das
war meine Chance. SUP-Paddeln erfordert eine gewisse Geschicklichkeit beim
Paddeln im Stehen (notfalls im Sitzen), Packrafting bietet dagegen vielen
Wasserwanderern eine bequeme Sitzposition. Das war das Hauptargument für
unsere Gäste beim Urban Packrafting in Bamberg. Einer bequem im Rebel 3KL+,
der andere im Sitzen auf dem SUP (nicht wirklich meine bevorzugte Art zu
paddeln).
Die Fotos sagen mehr als viele Worte, aber für die technisch interessierten
Urban-Packrafting-Wanderer erkläre ich ein paar technische Details. Zuvor
möchte ich allerdings einige Sicherheitswarnungen erwähnen:
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Alles erfolgt auf eigene Gefahr. Bitte habt entsprechende Ausrüstung dabei
und zieht Rettungswesten an!
-
Keine Fahrten bei Gewitter, Sturm oder Hochwasser! Nur Schwimmer sollten
aufs Wasser!
- Rücksicht nehmen auf Angler, andere Wassersportler und die Natur!
- Main-Donau-Kanal: Großschifffahrt hat Vorfahrt!
- Linker Regnitzarm ab Rathausbrücke: Personenschifffahrt hat Vorfahrt!
Die Strecke ist fast eine Rundreise, die auf dem linken und rechten Regnitzarm
einmal um die Alt- und Innenstadt führt. Die Gesamtstrecke beim Urban
Packrafting beträgt etwa 10 Kilometer. Wir waren rund 3 Stunden unterwegs und
uns war nie langweilig, obwohl ich persönlich den ersten Abschnitt am Kanal
ziemlich öde finde. Meiner Meinung nach ist das Paddeln auf dem Kanal ein
wenig wie Autofahren auf der Autobahn: Man kommt zwar voran, landschaftlich
passiert aber nicht besonders viel. Dafür ist der zweite Teil auf dem linken
Regnitzarm wunderschön.
Also, wir sind am
Steg in der Nähe der BRK-Wasserwacht Bamberg und des Bamberger
Faltboot-Clubs
am Main-Donau-Kanal grob Richtung Innenstadt gestartet.
Auf dieser Strecke sind uns ab und zu einige Schiffe begegnet, die auch für
etwas Wellengang gesorgt haben.
Nach etwa 3 Kilometern oder rund einer Stunde Paddeln auf dem Kanal haben
wir den rechten Abzweig bis zum Jahnwehr genommen. Das war die
erste Umtragestelle
von etwa 100 Metern, die für einen leichten Rebel 3KL+ problemlos war.
Am Jahnwehr befindet sich ein großer Parkplatz. Deshalb wäre es auch
möglich, die Tour dort zu beginnen. Allerdings muss man am Ende der Tour 3
Kilometer auf dem Kanal paddeln – manchmal gegen die Strömung. Das mag nicht
jeder.
Nach dem Passieren der Buger Spitze im südlichsten Teil der Tour kommt
erstmals richtig Strömung auf.
Wir sind dann am Hainpark und dem Hainbad vorbei bis in die wunderschöne
Altstadt gepaddelt. Danach kam die
zweite Umtragestelle
von etwa 200 Metern.
Das Aussteigen ist zwingend erforderlich, da dort nicht weiter gepaddelt
werden darf – Lebensgefahr. Beim Ausstieg ist allerdings Vorsicht geboten.
Das Fährseil ist quer über den Fluss gespannt und versperrt die Zufahrt zur
Ausstiegsstelle, wenn die Fähre am rechten Ufer parkt. Dafür ist die
Ausstiegsstelle besonders sehenswert – mit Blick auf das Wasserschloss
Concordia und die berühmte Schleuse 100 des alten Ludwig-Main-Donau-Kanals.
Nach dem Umtragen ging es auf dem Seitenarm weiter Richtung Altes Rathaus.
Das ist meiner Meinung nach die schönste Strecke der Tour. Zuerst sind wir
an einem alten Kran und historischen Fachwerkhäusern vorbeigekommen.
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| Klein Venedig |
Danach fließt der Kanal mit dem linken Regnitzarm zusammen. Auf der rechten
Seite befindet sich die Anlegestelle der Ausflugsschiffe, die
selbstverständlich Vorfahrt haben. Bitte zuerst schauen, ob ein Schiff gerade
anlegt oder demnächst ablegt.
Man könnte vor den Ausflugsschiffen linksseitig anlanden und einen Blick auf
das Alte Rathaus werfen. Der Sage nach wollte der Bamberger Bischof keinen
Platz für den Rathausbau zur Verfügung stellen. Daraufhin rammten die Bürger
Pfähle in die Regnitz. Auf der künstlich erschaffenen Insel wurde das weit
über die Grenzen Bambergs bekannte Rathaus errichtet.
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| Bamberger Rathaus |
Geübte Paddler können ihr Packraft direkt vor dem Alten Rathaus wieder
einsetzen und den Abschnitt unterhalb des Rathauses paddeln, der auch von
Kajakfahrern als Wildwasserstrecke genutzt wird. Alles auf eigenes Risiko.
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Vorbei am Alten Rathaus
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Nach dem Alten Rathaus paddelten wir vorbei an „Klein Venedig“. Das ist
die ehemalige Fischersiedlung mit schmalen Fachwerkhäusern und winzigen
Gärten. Zeit für ein Foto bleibt hier meist nicht, da die Strömung einen
schnell an den sehenswerten Häusern vorbeitreibt und ein schnelles Lenken
erforderlich ist.
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Ehemalige Fischersiedlung
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Ab hier haben wir kaum noch gepaddelt und uns einfach mit der Strömung treiben
lassen. Nach etwa einem Kilometer erreichten wir die Friedensbrücke, wo wir
rechts ausgestiegen sind. Als Orientierung diente uns die
Anlegestelle der Personenschifffahrt.
Von dort haben wir unsere Boote etwa 400 Meter zurück zum Start getragen.
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, nach der Friedensbrücke links
Richtung Kraftwerk und Schleuse weiterzufahren, dort noch einmal umzutragen
und anschließend etwa 1,5 Kilometer zurück zum Start zu paddeln. Wir haben
das allerdings nicht gemacht.
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Schwäne auf der Regnitz
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Es gibt neue Möglichkeiten, Städte auf eine andere Art zu entdecken.