08.03.2013

Gravity Grip vs Thighstraps (Schenkelgurte)

Walzenreiten. Ohne Verbindung zum Boot undenkbar.
Packrafts sind von jeher so konzipiert, dass man eine enge Verbindung zum Boot hat. Die verschiedenen Größen ermöglichen eine individuelle Passform. Körperspannung zwischen Bug und Heck bildet den "Rahmen" des Bootes. In der Länge ist kein besserer Halt denkbar.

Lateral hat der Bootskontakt jedoch seine Grenzen. Auch wenn die Boote alles andere als kenterfreudig sind,  eine seitliche Kontrolle ist gerade wegen der voluminösen Seitenschläuche schwierig. Gewichtsverlagerungen alleine sind nicht effektiv. 
Die Eskimorolle bleibt den Schenkelgurten vorbehalten.
Insbesondere Kajakfahren fühlen sich ohne seitliche Verbindung zum Boot unwohl. Stützen und Kanten gehört zum Grundrepertoir beim Paddeln, auch in Packrafts. Wir reden an dieser Stelle übrigens (noch) nicht von Eskimorollen. Packrafts sind keine Boote welche man rollen muss. Auch über den mittleren Grad hinaus (WWIV) ist die Kentergefahr deutlich geringer als in Kajaks. Bereiche in denen man tatsächlich kentert sind wiederum im Packraft sehr schwer zu rollen, v.a. durch das hohe Bootsvolumen im stark bewegtem Wasser.

Die Verhinderung einer Kenterung (Stützen) und das aktive Manövrieren (Kanten) wird dagegen sehr wohl durch Hüftknick und Verbindung zum Boot unterstützt (quasi die Endphase einer Rolle).

Montierung der Schenkelgurte an 6 Graploops
(Kniegurt MYOG!) Karabiner sind auch nicht verkehrt.
Dafür gibt es mittlerweile zwei Ansätze. Inoffizielle haben sich Schenkelgurte seit einiger Zeit in der Community etabliert. Diese entsprechen der Konfiguration aus dem IK Bereich und funktionieren analog den Schenkelstützen eines Feststoffkajaks. Aufgrund der besonderen Haftungspflichten werden diese jedoch nicht kommentiert. Die Konfiguration bleibt eine MYOG Variante, trotz regulärer Verfügbarkeit. 

Richtiges Kajakfeeling. Boot und Körper bilden eine Einheit.
Als Alternative wurde der sog. "Gravity Grip" eingeführt. Die ulkige Form erinnert an einen Doppelkeil.

Beide Varianten arbeiten gänzlich anders, quasi von innen und von außen, sie haben aber das selbe Ziel: die besagte laterale Bootskontrolle.

Nachdem Schenkelgurte seit längerem im Einsatz waren konnten wir nun den Gravity Grip ausführlich testen. Dabei sei vorweggenommen, daß dies einer der Gegenstände ist an die man sich unheimlich schnell gewöhnt und ohne gar ziemlich "nackt" fühlt. 

Der Gravity Grip ist eine gute Alternative zu Schenkelgurten. Er erlaubt effektiv zu stützen, zu kanten sowie alle Techniken aus dem Kajaksport anzuwenden, außer vollständig zu rollen. Im Vergleich zu Schenkelgurten gibt es folgende Vorteile:

Und das soll in Boot? Yep, das wird richtig gemütlich :)
+ insgesamt etwas günstiger
+ komfortabler ("Software")
+ Nebenfunktionen (Lagersitz)
+ Verdrängungskörper (mit und ohne Spritzdecke)
+ offiziell freigegeben







Schenkelgurte bleiben die "Hardware" im Bereich der Bootskontrolle, insbesondere weil ihnen die vollständige Eskimo vorbehalten bleibt. Zur Sinnhaftigkeit dessen siehe jedoch die Ausführungen oben. Unabhängig davon muss man jedoch auch die folgenden Vorteile abwägen:

Schenkelgurte richtig angelegt (Kniegurt optional).
+ Nebenfunktion Tragegurt (Schultergurte)
+ keine Verlußtgefahr
+ Platz im Boot

Bezüglich der Sicherheit (sicher eine Hauptgrund für die Diskussion darum) muss man klar sagen, dass in beiden Varianten Szenarien denkbar sind, wo es zu Problemen kommen kann. Schenkegurten wird die Verhedderungsgefahr nachgesagt, auch wenn dies durch Steifigkeit/Polsterung deutlich abgemildert ist. Ein Restrisiko bleibt hier natürlich. Der Gravity Grip entgeht diesem Argument natürlich als frei beweglicher Auftriebskörper. In einer Situation seitlichen Wasserdrucks (Boot/Paddler quer zum Prallwasser) kann aber auch hier theoretisch eine Klemmgefahr entstehen. Diese Risiken muss jeder für sich abwägen. Eines ist jedoch gewiss: NIEMALS beide Lösungen zusammen verwenden!


Stützen und Kanten kann man nie genug üben!

Auch/gerade im offenen Boot ist ein Verdrängungskörper sinnvoll.
Dickes Ding! Was hat/macht der denn unter seiner Spritzdecke?


Kommentare:

  1. I need to try the Gravity Grip. I previously experimented with a yoga block then a beach ball. Both worked wellThe Gravit Grip looks even better.

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  2. You will love it. It is cozy :)By its physics it works with pressure rather than pull. To some extend this is even more effective than straps. So if you can forgo to roll, which I think is not essential in a packraft, it is a very good alternative. Hope some of the review came through in the translate.

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  3. Please translate in english or in french this reviews.
    thanks

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