13.03.2017

DIE "MAMMUTREISE" - MIT PACKRAFTS ÜBER DAS WERCHOJANSKER GEBIRGE

Quelle Wikipedia
Wenn es so etwas wie eine „Touren-Ästhetik“ gibt, dann wird sie von Clemens immer wieder repräsentiert. Ihre letzte Tour im Nordosten Sibiriens macht da keine Ausnahme und enthält alle Zutaten dafür: 

Werchojansker Gebirge - noch nie gehört. Check! 

Aus der Makrosicht eine“einfache“, klare Line – die Überwindung der Wasserscheide zwischen "Jana und Lena". Check!

Aus der Mikroperspektive ein abwechlungsreiches Programm - trekken, treideln, reiten, raften. Check! 

Von der An- bis zur Abreise ein Abenteuer- isolierte Siedlungen, menschenleere Landschaften, Ungewissheit, Überraschungen und neue Entdeckungen. Check!


von Clemens Ratschan

Der Titel Mammutreise, wird unserem Packrafting-Trip in doppelter Hinsicht gerecht. Zum einen fanden wir einen echten Stoßzahn des ausgestorbenen ost-sibirischen Steppenbewohners, zum anderen bedeutete der Plan, in 5 Wochen das nordjakutische „Werchojansker Gebirge“ zu überqueren, eine gewaltige physische Anstrengung. Am Ende der Reise kamen dabei im Motorboot gefahrene 145 km, 35 km stromauf gezogene Packrafts, 25 km zu Pferd, 70 km zu Fuß und 430 km mit den Packrafts stromab zusammen. Doch all diese Strapazen waren die Reise wert, denn belohnt wurden wir mit grandiosen Landschaften, das einmalige Erlebnis, wochenlang auf keine Menschenseele zu treffen, und einer großartigen Fischerei auf Saiblinge und Sibirische Forellen. Für die Packrafts war die Route aufgrund der Länge und der abwechslungsreichen Bewegung stromauf treidelnd, im IIIer Wildwasser und über langen Zahmwasseretappen eine Herausforderung. Sie haben sich dennoch wieder bewährt.

Stromauf treideln auf der östlichen Seite des Werchojansker Gebirges – am leichtesten geht’s in kleinen Nebenarmen.

Schon kleine Totholzhaufen machen die Treidelei langsam und anstrengend.

Weiter oben im Tal werden die Furten immer steiler. Die Packrafts über ein 4-5 km langes Eisfeld zu ziehen fiel leichter als sie den Fluss stromauf zu treideln, der das Eisfeld durchschneidet.






Rentiere in einem Ewenen-Lager
Wir konnten mit Pferden der Ewenen über den Pass reiten.

Wenig Wasser im Oberlauf des Sobopol Flusses, häufig auch stark verklaust.

Dann wächst der Fluss rasch zu respektabler Größe an. Fast 100 km lang fließt er munter mitten durch die Berge

Im IIIer Wildwasser müssen wir häufig ans Ufer, um das Spritzwasser durch Umdrehen aus den Booten zu leeren.

Herrlicher Sobopol zwischen 2000 m hohen Bergen.

Marsch im Seitental

Um die steilen Ufer zu vermeiden, sind laufend Wechsel der Flussseite notwendig.

Am See angekommen erwartet uns nach 3 Marschtagen eine Traumlandschaft.

Lager am See

Kapitaler Saibling aus dem Gebirgssee. Es folgen viele weitere Fänge dieser wunderschönen Fische. 

Stromab im Wildbach

Imposante Anbruchufer im Wildbach

Stromab im Wildbach

Zurück vom See fuhren wir den Fluss weitere 300 km stromab bis zur Lena.


Paddelpause am westlichen Rand des Gebirges.

Wintereinbruch im August

Am Unterlauf des schon riesigen Soboloch-Majan. Das Zurücklegen der Tageetappen wird anstrengend, vor allem bei Gegenwind.

Im Unterlauf ist der Fluss breit, monoton und träge. Unmittelbar vor der Mündung in die Lena, in der Nähe liegt ein kleines Fischerdorf, wo wir nach 21 Tagen das erste Mal wieder auf andere Menschen treffen werden.

Ein noch umfangreicherer Reisebericht erscheint in 3 Teilen im Fliegenfischer-Forum!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen