15.06.2020

TIROLER ACHE (ENTENLOCHKLAMM): KLEINOD AN DER ÖSTERREICHISCH-DEUTSCHEN GRENZE

Dieser Beitrag gehört zum Artikel REVIERINFO SÜD-DEUTSCHLAND.

🔶 Tiroler Ache (Entenochklamm), Kleinod an der österreichisch-deutschen Grenze, WW I-II

Als größter Zufluss des Chiemsees kreuzt zwischen Kössen und Schleching die Tiroler Achen die deutsch-österreichische Grenze. Ihr Durchbruchstal, die wunderschöne Entenlochklamm, eignet sich ganz besonders für eine kombinierte Wander-Paddel-Tour. 

Hierzu parkt man auf dem kleinen Schotterparkplatz an der Straßenbrücke Schleching. Dann läuft man linksufrig Richtung Ettenhausen, wo man auf den markierten Schmugglerweg trifft. Hoch über der Entenlochklamm führt dieser alte Pfad parallel zum Fluß nach Süden. Etwa auf halbem Weg gibt es die Möglichkeit zum Fluß hinabzusteigen und über eine schmale Hängebrücke zum Gasthaus Klobenstein auf der anderen Flußseite zu gelangen. Wir folgen hingegen dem Pfad weiter bis ins österreichische Kössen, wo wir nach insgesamt 7km nahe des Bauhofs auf einer Kiesbank die Boote in das türkisblaue Wasser einsetzen.

Die flotte Strömung trägt uns schnell zum Eingang der Klamm, wo Felswände und kleine Kiesbänke sich abwechseln. Immer wieder sind kleine Stromschnellen zu überwinden, die allerdings WW II nie überschreiten. Ab dem Gasthaus Klobenstein beginnt das Naturschutzgebiet mit ganzjährigem Uferbetretungsverbot. Nach fünf wildromantischen Klammkilometern ist leider schon wieder die Ausstiegsstelle erreicht.

Für ein etwas längeres Paddelvergnügen bietet sich Marquartstein als Ausgangspunkt an. Von der Hauptstraße direkt am Fluß fährt ein Bus der Linie 9509 wenige Male täglich direkt bis Kössen, von wo es nur noch wenige hundert Meter bis zur Einsetzstelle sind. Die Paddelstrecke verlängert sich damit auf etwa 14 km. Auch die verlängerte Strecke ist landschaftlich sehr reizvoll und bietet einige schöne Kiesbänke, die zu einer Pause - und an besonders heißen Tagen auch zu einem Bad im kalten Wasser – einladen.

Befahrungsregeln: Befahrungsverbot 15.9. bis 31.5.; ganzjähriges Uferbetretungsverbot in der Klamm. Befahrbarkeit: Empfohlen ab 12 m^3/s am Pegel Koessen-Hütte

01.06.2020

RISSBACH: EIN KLASSIKER DER REGION

Dieser Beitrag gehört zum Artikel REVIERINFO SÜD-DEUTSCHLAND.

🔶 Rißbach, Karwendel, wunderschöner Hochgebirgsbach, ein Klassiker der Region, WW II-IV

Der kristallklar, blau schimmerndem Gebirgsbach gehört zu den Top 3 des gesamten Reviers. Nicht ohne Grund heißt auch der angrenzende Isarabschnitt “Bayrisch Kanada”.

Schon auf der Anfahrt zum Einstieg bei Hinterriß bekommt man vor der extrem schwer zu befahrenden Rißbachklamm ordentlich Respekt. Kaum vorstellbar dass diese, mit bis zu 7 Meter hohen Abfällen gespickte Klamm hin und wieder von Kanuten befahren wird. Den letztmöglichen Ausstieg vor der Klamm, “an den Garagen" präge man sich sicherheitshalber gleich ein. Ebenfalls zu inspizieren sind die beiden Schlüsselstellen "Schräge Rippen" und das “Straßen-S”, ca. 1,3 km oberhalb des Ausstiegs.

Schlüsselstelle "Schräge Rippen"

Die Tour startet an der “Neuner” Straßenbrücke ca. 1 km oberhalb der Ortschaft Hinterriß. Außerhalb des von 15. April bis 15. August geltenden Befahrungsverbots kann bei günstigem Wasserstand noch ca. 8 Kilometer weiter Flussauf, bei Hagelhütte eingesetzt werden. Vom Start weg gefällt der Rissbach mit seinen zahlreichen Kiesbankschwellen und dem kristallklaren Wasser. Mäßig verblockte Abschnitte und einzelne Treibholzabsammlungen lassen sich mit dem wendigen Packraft und technischen Grundkenntnissen gut bewältigen. Größere Wellen bilden sich lediglich im Bereich der Brücken bevor sich im letzten Drittel der mit gut 6 km relativ kurzen Strecke das "Straßen-S" ankündigt. 

Nur etwa 400m später folgt mit den sogenannten "Schrägen Rippen" schon die nächste Herausforderung. Je nach Durchflussmenge liegen die Schwierigkeiten hier zwischen WW III und WW IV. Beide Abschnitte gilt es bereits bei der Anfahrt zu besichtigen und ggf. neben der Straße zu umtragen. Rund einen Kilometer weiter Flussabwärts steigt man direkt an der Straßenbrücke vor der Niedrigklamm an der rechten Seite des Rißbachs aus. 

Blick auf die Schlüsselstelle "Schräge Rippen"

Wirklich augenfällige, sinnvolle Landpartien gibt es in Kombination mit dem Rißbach nicht, aber kleine (sonst gebührenpflichtige) Zufahrtsstraße per Rad zu shutteln oder zu wandern geht natürlich immer. Wer es wirklich wissen will, überschreitet den Pass Plattenspitze aus dem oberen Isartal, dann ist er PACK Anteil aber wirklich lang und anspruchsvoll.

Befahrbarkeit: Im Frühjahr beginnend ab ca. 5 m^3/s. Ausstiegs- und Schlüsselstellen auf dem Weg zum Einstieg begutachten (gefährliche Klamm kurz nach dem Ausstieg!). Streckenlänge: 6 bzw. 14km (bei Einstieg in Hagelhütte). Dauer: 1 - 2,5 h ohne Pausen.