22.02.2012

Besuch bei Alpacka

Ein Treffen mit Alpacka Gründerin Sheri Tingey
Ziel dieser Reise war der Firmensitz von Alpacka Raft in Mancos, Colorado/USA. Der Grund Alpacka zu besuchen ist ziemlich offensichtlich. Welche Rolle Alpacka in der Entwicklung von Packtafts spielt ist weithin bekannt. Sie haben nicht das Konzept erfunden, aber viele innovative Entwicklungsschritte geleistet.
Der Zweck Alpacka einen Besuch abzustatten war ganz einfach die Leute persönlich kennen zulernen. Wir wollten Ideen austauschen und den Workflow kennlernen, um die Entwicklung des Themas z.T. gemeinsam bestreiten zu können. Viele Dinge bedurften eines intensiven Gespräches bzw. der praktischen Umsetzung,  was per Telefon unmöglich ist. Es sollte in eine echte Zusammenarbeit münden. Eine Reflektion zur Veränderung des Status über diesen Blog hinaus kommt in einem folgenden Beitrag. Als Sprachrohr Europa wollen wir unsere Eindrücke teilen und einen kleinen Ausblick geben. Wir fühlen uns dabei als Intermediäre.

Die Alpacka Farm 







Eindrücke aus der Produktion

Aron bei der Spritzdeckenmontage
Erstaunlich ist, wie überschaubar die Produktion für solch komplexe Produkte einerseits ist (die Größe der Haupthalle übersteigt kaum die eines 10 Personen Büros). Zusammen mit Nebenräumen (Zuschnitthalle, Kleberaum und R&D Schuppen) macht der Workflow immer noch den Eindruck eines klassischen Cottage Manufacturers. Die Prozesse sind jedoch arbeitsintensiv und kaum automatisierbar. Tests und Entwicklungen sind ein konstanter Prozess. Neuentwicklungen (das Wildwasserboot und Trockenanzüge) werden nicht mehr lange auf sich waren lassen. Die Grundflotte und die klassischen Produkte werden jedoch ihren Bestand haben. Dennoch gibt es viel Potential für kommende Jahre. Einen detailierteren Bericht zu Neuerungen gibt es in Englisch.

Praktische Erfahrungen

Ben verschweißt Nähte
Ein wichtiger Inhalt waren Schulungen zu Reparaturen sowie das Training der Montagen von Spritzdecken und Ventilen. Wir wollten in der Lage sein diese grundlegenden Arbeiten in Europa ausführen zu können, um die aufwendige Versendung nach Amerika zu vermeiden. Insbesondere für den Austausch von Spritzdecken an gebrauchten Booten bzw. deren Nachrüstung gibt es sicher Bedarf. Undichte Ventile zu reparieren, bleibt hoffentlich ein Einzelfall ;)

Austausch einer Spritzdecke


Den gesamten Herstellungsprozess vom Zuschnitt über die Monatge bis zur Versendung kennengelernt zu haben, half in jedem Fall grundlegends ein Verständnis zu bekommen und mögliche Sachverhalte zu bewerten zu können. Daneben gab es einen intensiven Austausch von Ideen, Plänen und Erfahrungen.

Entwicklungsgespräche

Wir haben die Chance genutzt unsere Europäische Perspektive einzubrinngen :) Ohne ausgeprägte Wildnissgebiete besteht hier sicher ein anderer Bedarf als in Amerika. Zwei Dinge lagen uns am Herzen. Die neueren Entwicklungen (Form und Spritzdecke) sind sicher paddeltechnisch der richtige Weg. Daneben gibt es aber auch Argumente für einfachere Konstruktionen, zurück zu den Wurzeln. Das Ergebnis könnte ein Reise- oder Tagesboot sein (Arbeitstitel: 'Volksraft').
Ein zweites Anliegen war das Zweier Thema. Zumindest ist es das, was wir selbst oft gefragt werden. Klar, da gibt es den Doube Duck, aber da geht doch vielleicht noch etwas mehr? Es bleibt mehr eine Frage des Marketings und der Zustimmung, aber auch ganz neuer Ansätze. Man darf gespannt bleiben.

Gespräche mit Sheri über Vergangenheit und Zukunft




Sheri mit den Scherenhänden

Einen besonderen Einblick in den Designprozess bekamen wir bei der gemeinsamen Entwurf einer neuen Sitzkonfiguration. Sheri ist der Kopf dahinter. Vergesst AutoCAD und komplizierte Zeichnungen! Man muss sich eher eine Heckenschere vorstellen. Das ist Bildhauerei aus Stoff und Nahtband ("I 've been doing patterns all my live"). Wir sind zuminest stolz den Impuls für die neue Form gegeben zu haben.

Socialising & Abschlusstour

Schön war, die gesamte Mannschaft kennen gelernt zu haben, welche aus ganz verschiedenen Leuten besteht (sowohl vom Alter als auch von der Nationalität her). Es war großartig Nancy, Aron, Ben, Bertha und alle anderen persönlich zu treffen. Außerdem war Sheri ein fantastischer Gastgeber. Danke an die angenehme Beherbergung.

Marc im Zion NP
Auf der An- und Abreise war auch noch etwas Zeit für zwei kleine Touren (Zion NP und Paria Canyon), wenn auch ohne Boot (winterliches Niedrigwasser). Wir haben mal wieder gelernt: die Nationalparks sind nichts für uns. Permits und Besucherregulation vermitteln eher den Eindruck eines Museeums. Das Gefühl von Freiheit und Abenteuer, für das Amerika eigentlich steht, geht da schnell verloren. Die spektakuläre Landschaft kann all die Restriktionen und Regulationen nicht aufwiegen.
Bessere Erfahrungen haben wir mt den sog. Widerness Areas gemacht. Im Paria Canyon gab es weder ein öffentliches Wegnetz noch ausgewiesene Campingplätze. Fantastisch!  Sich seine Wege selber zu suchen, verspricht ein ungleich authentischeres Naturerlebnis. Mehr Bilder davon gibt es in einem Picasa Album von uns.

Mit Sicherheit war dies nicht der letzte Besuch. Eine gemeinsame Tour wäre sicher die passende Steigerung.

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