02.10.2019

TIPPSAMMLUNG & TRICKKISTE

Gesammelten Werke an einfachen, aber nützlichen Tipps und Tricks aus der Anwendung!

1. Apps

Unsere Favoriten an praktische und effektiven Apps für den Wassersport:

  • RiverApp: Differenzierte Befahrbarkeitsinfos (Niedrig/Mittel/Hochwasser) in Echtzeit! Dazu alle Informationen zum gewünschten Fluss (Strecke, Schwierigkeit etc.)
  • Meine Pegel: Pegelalarm, individuelle Meldungen zu selbst festgelegten Wasserständen, keine Befahrbarkeit mehr verpassen
  • Canua: Planungs- und Nachverfolgungs-APP zur Flussdatenbank des DKV, praktisch ist das ausrechnen von effektiven Flusskilometern

Alle Apps sind sowohl für Android, IOS und Windows in der einfachen Version kostenlos verfügbar.

2. Blaseschlauch

Ein einfacher Blaseschlauch (Quelle: Baumarkt für 1-2 €) kann Problemlöser auf dem Fluss und an Land sein. Kein Aussteigen oder umständliches Bücken mehr, um das Boot nachzupusten (z. B. bei Druckverlust in Folge kalten Wassers). Folglich besteht hierdurch eine bequemere Haltung und stärkere Lungenkraft. Es kann für Haupt- und Sitzventile verwendet werden. Fügt der Ausrüstung etwa 40g hinzu.


3. Hand- oder Fußpumpe

Der Enddruck im Packraft wird üblicherweise per Lunger erreicht. Das ist auch völlig ausreichend. Es gibt jedoch Boote (zB. Große Zweier) und Anwedungen (z.B. Wildwasser), da wünscht man sich einen etwas höheren Druck (mehr Steifigkeit). Eine einfache Hand- oder Fusspumpe kann dies gut erreichen bzw. die Anstrengung erleichtern, gerade wenn man es öfter macht. Zu beziehen bei uns  oder auch als umzubauende, einfache  Ballpumpe im Internet.

4. Erhöhter Sitz

Mit etwas Erfahrung kann der Sitz im Packraft nicht hoch genug sein. Warum? 

Zum einen eine verbesserte Hebelwirkung und eine bessere Beinspreizung (beim Einsatz von Schenkelgurten). Dadurch kann man effektiver kanten und stützen. Für fortgeschrittene Techniken ist ein erhöhter Sitz eine sinnvolle Ergänzung.

Wie? Eine erhöhte Sitzposition kann wird durch zusätzliche Schaumstoffmatten oder den Einsatz grundsätzlich höherer Sitzpolster erreicht werden (vgl. Abmessungen verschiedener Ersatzsitze). Je nach Boot liegt die optimale Stärke bzw. der beste Effekt bei rund +15cm. 


5. Zusätzlicher Blockitz als ¾ Bodenmatte

Durch das Hinzufügen eines Standard Blocksitzes in der Mitte des Bootes wird ein stabiler, aufblasbarer und steifer ¾ langer Boden erzeugt. Der verstärkte Rumpf spielt dadurch auch seine Vorteile bei Wildwasser aus (Auftrieb, Steifigkeit)
Weiter verkeilt sich der Blocksitz perfekt zwischen dem Boden und den Rohren des Bootes. Auch ist er leicht zu entfernen und für leichte Reisen multifunktional als Lagersitz oder Kissen einsetzbar. Der zusätzliche Sitz wäre somit eine kostengünstige Alternative, um das Boot an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.


6. Skeg/ Finne

Eine Finne verbessert den Geradeauslauf vom drehfreudigen Packrfats erheblich. Wenn diese flach und dafür etwas langer ist,  hat man auch kein Problem mit dem Tiefgang.
Das Fahrgefühl noch ruhiger und damit angenehmer.

Und mit einer Finne im Wildwasser? Auch dort, ja, solange es tiefes und großvolumiges Wasser ist. Durch die Finne kann die Rotation verringert werden und die Geschwindigkeit deutlich erhöht werden.


7. Glowing in the dark

Wenn man mit dem Boot gern den ganzen Tag und wenn möglich auch noch in und nach der Dämmerung unterwegs ist, ist hierfür ist eine Bootbeleuchtung nicht unbedeutend. Damit kann sich der Packrafter vom immer dunkler werdenden Umfeld abheben. Auch ist es ein sehr schönes Fotomotiv und des Weiteren ist die Beleuchtung sehr sicher bei Gewässern mit regem Schiffsverkehr. Im folgenden Link ist die Anleitung, wie jeder sein Boot mit wenigen Handgriffen zum Packrafting Leuchtturm verwandeln kann. How-to Anleitung in diesem Beitrag.


8. Packraft als Schlafmatte

Im Rahmen einer Ultraleicht Tour ist manchmal selbst die Schlafmatte das entscheidende Gramm zu viel Gepäck. Warum dann nicht das nutzen, was man bei einer Packrafting Tour sowieso dabei hat: Das Packraft! 
Das Boot dazu einfach umdrehen, etwas Luft ablassen und den Boden des Packrafts als Liegefläche nutzen. 
Insbesondere bei warmen Temperaturen ist somit ein Schlafen im Freien ohne extra Gepäck und unabhängig vom Untergrund eine Alternative. 
Um sich vor Insekten zu schützen ist es optional noch möglich, mit Hilfe des Paddels oder eines anderen Gegenstandes ein Fliegennetz über das Boot / Bett zu spannen. 

Wem eine ganze Nacht auf dem Boot nicht zusagt, dem sei immer noch der Mittagsschlaf auf dem Boot gegönnt.


9. Gepäckbefestigung

Aus unserer Sicht ist es am effektivsten, das (Tages-)Gepäck auf dem Bug des Bootes zu befestigen. Hierzu müssen - wie auf dem Bild zu sehen ist - lediglich Schnüren an die Haltepunkte des Bootes geknotet werden. Anschließend wird das Gepäck zwischen die Schnüre gelegt und mit Hilfe eines Spannriemens fest an dem Boot geschnürt. Somit kann sich das Gepäck auch während einer Tour weder drehen noch verrutschen.
Bei dieser Variante der Gepäckverstauung ist es natürlich angeraten, das Gepäck in wasserdichten Säcken vor Spritzwasser und / oder Wellen zu schützen. LINK: Strap and rope set  


10. Verstärkung an Paddelschuhen

Crocs sind zum Packraften wirklich optimal! Da das Material dieser kein Wasser bindet und somit nicht getrocknet werden muss, sind sie der ideale Begleiter für jede Packraft-Tour.
Eine kleine Schwachstelle gibt es jedoch, doch diese ist mit einem einfachen Trick ausgebessert. Dazu muss der Haltegurt an der Fersenseite des Schuhs lediglich mit einem zusätzlichem Stück Schnur verstärkt werden. Somit wird zum einen ein Ausreißen des Fersengurtes vermieden und zum anderen kann dieser enger an den Fuß angelegt werden sodass dieser nicht so schnell vom Fuß abfällt (insbesondere bei längeren Schwimmeinheiten von Vorteil).


11. Paddel als Zeltstange

Ein teilbares Paddel eignet sich super als stabile Zeltstange für Pyramidenzelte oder andere Tarps. Gleichzeitig spart man an Gewicht und Volumen der eigentlichen Zeltstange. 
Zusätzlich nötig ist lediglich eine PVC-Rohr zur variablen Längenverstellung. Solche sind in leichter und günstiger Ausführung und in vielen Durchmessern in jedem Baumarkt zu finden. Zur Verwendung mit dem Paddel einfach in der Länge zuschneiden und passende Löcher zum späteren Verstellen durch die Federnasen bohren.


12. MultiBag als Sitz

Der Multibag eignet sich optimal als alternativer Packraft Sitz, insbesondere bei Touren, wo an Gewicht und Volumen gespart werden muss. Hierdurch lässt sich der Standard-Sitz gut in Form und Größe ersetzen. Die 60l-Version passt perfekt als hinterer Sitz, z.B. für ein Sigma TX  Packraft. Die 40l-Version passt gut auf jeden Einzel- oder Vordersitz.


13. Blasesack für Isomatten

Neben ihrer Hauptfunktion bieten Blasesäcke noch eine weitere, von Backpackern und Campern geschätzte, Option: das Aufpumpen einer Luftmatte. 
Inbesondere an Therm-a-Rest® Matten passen alle im Anfibio Packrafting Store angebotenen Blasesäcke perfekt. Nach ein paar Zügen ist die Matte in wenigen Sekunden und ohne große Anstrengung aufgepumpt.
Besonderer Vorteil beim Aufpumpen der Matte mit einem Blasesack besteht außerdem darin, 
dass das Innere der Matten nicht durch zugeführte Feuchtigkeit der Lungenluft beschädigt und somit Schimmelbildung im Inneren vorgebeucht wird.
Durch das geringe Gewicht von ca. 130g ist der Blasesack auch ohne kombinierter Paddeltour gut im Gepäck verstaubar.


14. Reparaturen

Packrafts zu reparieren ist weniger schwierig als im ersten Moment von vielen eventuell angenommen. Im Folgenden sind ein paar Tipps für die Reparatur eines Packrafts oder anderen Gegenständen beschrieben.

Vor einer Reparatur hilft es immer dass alle Reparaturstellen sauber, trocken und fettfrei sind. Auch wenn einige Reparaturmaterialien Feuchtigkeut vertragen, dDe Stellen vor der Reparatur großzügig mit Alkohol / Spiritus zu reinigen und abtrocknen zu lassen wird logischerweise aber nie schaden

Reparatur unterwegs

Für die Reparaturen von Perforationen, Rissen und Dreiangel im Schlauch (Bootskörper) empfehlen wir den „Anfibio LifePatch“ (selbst-klebender Gewebeflicken). Dieser kann sowohl auf der PU (Polyurethan) beschichteten Seite als auch auf der unbeschichteten Seite des Bootsmaterials verwendet werden. Die Klebekraft auf beschichteten Geweben ist allerdings höher. Der „Anfibio LifePatch“ kann notfalls auch im Regen oder unter Wasser angebracht werden.


In manchen Fällen kann es auch sinnvoll sein (z.B. bei größeren Rissen), den „Anfibio LifePatch“ zusätzlich von der Innenseite aufzukleben.

Notfalls kann auch handelsübliches Gewebeklebeband o.ä. für die Reparatur verwendet werden (ZB günstiges TesaISOfix, Nachteil ist hier jedoch die starke und zähe Klebkraft des Bandes und das dadurch aufwendige Entfernen von Kleberückständen am Boot. Zudem ist das Band farbig und kann das Gesamtbild des Packrafts, insbesondere auf Bildern, etwas unattraktiver aussehen lassen.

Beschädigungen am Boden lassen sich unterwegs am besten von der Innenseite des Bootes reparieren. Die Außenseite kann zusätzlich fixiert werden.

Kleine Löcher im Schlauch und Boden, wie sie bspw. durch Dornen o.ä. entstehen können, lassen sich einfach mit Flüssig-PU (z.B. Aquasure, SeamGrip, Stormsure) reparieren. Allerdings muss der Kleber ca. 12 Stunden aushärten.
Für Wildnisabenteuer empfehlen wir einen "Anfibio LifePatch", ein langes Gewebeband, und eine kleine Tube PU-Kleber (z.B. STORMSURE) mitzunehmen.

Reparatur zu Hause 

Risse und Dreiangel im Schlauch und Boden können mit dem beiliegenden Originalmaterial repariert werden. Für die Verklebung empfehlen wir den Spezial PU-Kleber „Helaplast“. Außerdem benötigt wird noch einen Pinsel sowie ein Heißluftgerät (auch ein einfacher Haartrockner ist meistens ausreichend). Die Klebearbeiten führt man am besten in einem trockenen, gut belüfteten Raum mit einer Raumtemperatur von ca. 15-25°C aus.

Auf diese Weise können auch zusätzliche Haltepunkte (Tie-Downs) am Boot angebracht werden. Einen ausführlichen Beitrag hierzu ist ebenfalls bei uns im Blog zu finden: siehe Tiedowns richtig ankleben.

15. Deckpack als Pod

Die Idee des Pods stammt eigentlich von Waka Kayaks. Das zweite Bild erklärt das Konzept am recht gut:


Der Pod ist praktisch ein Zusatzvolumen auf dem Heck eines Kajaks. Er erhöht den Auftrieb, soweit gewünscht. Ohne Pod hat man ein Funcruiser-Kajak zum Spielen. Wenn man den Pod hinzufügt, erhält man einen hochvolumigen Creeker für schwere Bäche. Alles in einem (vielseitigen) Boot. Prima.


Im Prinzip kann man das auch mit einem Packraft machen indem  ein aufgeblasenes DeckPack am Heck deines Bootes befestigt (siehe Bilder), soweit nötig, z.B. bei hoher Wuchtwasser bzw. bei potentiell vollem Abtauchen des Bootes, wie nach größeren Stufen, hohen Wellen und großen Walzen. Das höhere Volumen stellt sicher, dass das Heck nicht einfach mit dem gesamten Boot abtaucht, bzw., falls doch, schnell wieder auftaucht.  Und, es hilft auch beim Rollen des Packrafts!

16. Anfibio LifePatch als selbstklebende, temporäre Haltepunkte

Das Anfibio LifePatch ist nicht nur ein gutes Notfall-Reparaturset, sondern auch als improvisierter (entfernbarer) Haltepunkte (StrapPlate, GrabLoop) am Boot geeignet. Der Umbau ist nachfolgend beschrieben und illustriert:



Einfach mit Lineal in der Mitte des LifePatch ein Quadrat anzeichnen und an zwei gegenüberliegenden Seiten zwei schmale Streifen mit dem Cuttermesser herausschneiden. Danach den Klebefolienschutz vom Quadrat abziehen und den freigewordenen Klebebereich mit ein wenig Tape neutralisieren. Danach den restlichen Klebeschutz abziehen und das modifizierte LifePatch an der gewünschten Stelle im Boot anbringen. Jetzt kann ein Riemen oder eine Schlaufe durchgezogen werden, um eher kleinere Dingen (z. B. Wurfsack, Trinkflasche etc.) zu befestigen.

Die wieder entfernbaren Haltepunkte ergebenen bspw. auch eine brauchbare Halterung für eine hintere Rückenlehne. Als temporäre Lösung sind sie in jedem Fall ein guter Test für die Positionierung permanent zu verklebender GrabLoops!

ACHTUNG: nicht für schweres Gepäck oder als Trageschlaufe geeignet!

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