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| Go with the flow, aber verpasse den Absprung nicht! |
1. Vor dem Drop: Was du über die Stufe wissen musst
Bevor du in Anfahrt gehst, lohnt sich ein genauer Blick auf die gesamte Stelle. Stufen unterscheiden sich stark – nicht nur in der Höhe, sondern vor allem in Form, Strömung und Unterwasser.
Wichtige Fragen vor der Befahrung:
- Wie ist die Anfahrt? Kommt man problemlos an die Abrisskante, oder muss man vorher schon technische Manöver fahren?
- Wie scharf ist die Abrisskante? Manche Stufen brechen sofort vertikal ab, andere verlaufen erst mehrere Meter als schräge Rutsche, bevor der eigentliche Fall beginnt.
- Wie sieht das Unterwasser aus? Tiefe, Rücklauf, umliegende Felsen: all das entscheidet, wie sicher eine Befahrung ist.
- Wie geht es danach weiter? Hast du Zeit zum Sortieren – oder kommt gleich die nächste Passage?
Überraschend nebensächlich ist dagegen die Fallhöhe. Ein 1-Meter-Drop kann gefährlicher sein als ein 5-Meter-Fall, wenn der Rücklauf stark ist oder das Wasser unten sehr seicht.
2. Das Prinzip des Boofs – sauber abheben statt abkippen
Wenn man eine Stufe einfach hinunterplumpsen lässt, landet man tief im Unterwasser. Das kann spektakulär aussehen, aber oft ist es nicht sehr kontrolliert – besonders im Packraft. Besser ist es, den Boof zu setzen: eine aktive Absprungtechnik, mit der du dein Boot leicht von der Abrisskante löst und flacher landest.
Ziele des Boofs:
- das Boot vom Wasser lösen
- flach oder leicht abfallend aufkommen
- Rückläufe überspringen
- weniger tief einsinken
- die Weiterfahrt kontrolliert einleiten
Viele Mythen ranken sich um diese Technik – etwa, man müsse die Beine hochreißen oder sich nach hinten werfen. In Wirklichkeit passiert der entscheidende Impuls woanders.
| Die Technik zum Stufenfahren ist auch und gerade bei kleinen Abfälle nützlich. |
3. Ready for Take-off – so setzt du den Boof richtig
Der perfekte Absprung ist reine Koordination. So geht’s:
1. Mit Tempo, aber kontrolliert anfahren
Zu langsam ist ungünstig, zu schnell aber selten ein Problem. Ziel ist, dass der letzte Schlag genau auf der Abrisskante sitzt.
2. Den letzten Schlag kräftig durchziehen
Dieser Schlag stabilisiert und bringt Energie in die Vorwärtsbewegung.
3. Gleichzeitig die Hüfte nach vorne schieben
Das ist der entscheidende Moment. Der Hüftkick hebt den Bug an und löst das Boot aus der Strömung. Für Außenstehende sieht es oft so aus, als würdest du dich zurücklehnen – tatsächlich bleibt dein Oberkörper stabil, und die Bewegung kommt aus der Hüfte.
4. Paddel direkt in Angriffsposition weiterführen
Nach der Kante ist keine Pause: Halte das Paddel so, dass du sofort einen Vorwärtsschlag setzen oder notfalls stützen kannst. Über-Kopf-Haltungen sind veraltet und riskant – moderne Technik bleibt kompakt und kraftsparend.
4. Die Landung – flach, steil oder irgendwo dazwischen?
Wie du landest, hängt vor allem vom Unterwasser ab:
Flach landen, wenn:
- viel Luft im Strahl und Unterwassser ist
- der Rücklauf stark, aber überspringbar ist
- das Wasser nicht sehr tief ist
Ein sauberer Boof setzt dich dann elegant über den Rücklauf hinweg.
Steiler eintauchen, wenn:
- wenig Luft im Strahl
- das Unterwasser sieht „klar“ aus
- das Wasser tief ist
Flach in hartes Wasser einzuschlagen kann sich anfühlen wie ein Aufprall auf eine Betonplatte. Dann ist es sicherer, kontrolliert einzutauchen – auch wenn der Rücklauf dadurch schwieriger zu überwinden ist.
| Das Unterwasser ist seicht und voller Hindernisse, nicht immer geht es sauber zu. Besser meiden! |
5. Besondere Stufentypen – was sich verändert
- Scharfe Abrisskante: Das Boot löst sich leicht – ideal zum Boofen.
- Runde oder bogenförmige Wasserstrahlen: Du musst oft am Rand oder leicht schräg anfahren, um „frei“ abzuspringen.
- Rutschende Anläufe: Der Eintauchwinkel ist kaum beeinflussbar. Bei seichten Becken solltest du solche Stellen meiden.
