01.06.2016

How to - Anbringen einer Richtungsflosse (Finne/Skeg)

Rene und Nadine im Adventure X2 (mit  Finne :)
Rene Dannenberg liefert uns einen Erfahrungsbericht zu dem Thema Boots-Stabilisierungsfinne/ Richtungsflosse!

Packrafts sind nicht besonders spurstabil, das ist allgemein bekannt. Der Flache Boden ist eher besonders drehfreudig. Auf offenem Gewässern, ggf. beim Segeln, v.a. aber alleine in einem Zweier wünscht man sich jedoch Unterstützung. Jedes Boot profitiert auf Stecke von Führung eines Kiels.

Grundsätzlich gab es bisher mäßigen Erfolge bei der Nutzung einer Finne (Skeg). Die Richtungsflosse wurde üblicherweise zentriert am (flexiblen) Boden angebracht und war aus biegsamen Material. Beides hat dazugeführt das die Effektivität sehr zu wünschen übrig lies. Der Nutzen war begrenzt. Wir haben eher davon abgeraten.

Der Trick ist nun jeweils eine Finne an den Schläuchen anzubringen! Außerdem gibt es Richtungsflossen aus steifem Material!

Man kann eine oder mehrere Flossen montieren. Entweder jeweils am Seitenschlauch  (so wie Rene, siehe Bild unten) oder zentral auf dem Heckschlauch (v.a. im Falle einer einzelnen Finne). Auch am Bug ist eine (zusätzliche) Finne denkbar, zumindest wenn der Bug nicht stark hochgezogen ist. Jedenfalls sollte man eine Finne NICHT unmittelbar am Boden anbringen (instabil).

Hier die weitere Anleitung zur Montage am Beispiel des Adventure X2 (gilt für alle Packrafts):

MRS Adventure X2 mit zwei Richtungsflossen an den Schläuchen





 
"Mein Ziel war es, dem Adventure X2 einen noch besseren Geradauslauf zu geben."

Materialien

Neben der Richtungsflosse benötigt man jeweils eine Haltelasche, welche am Boot verklebt wird. Die Lasche kann man aus Bodenmaterial selber zuschneiden* oder fertig kaufen. Den Kleber ebenso. 

Anbringen

Für das Aufkleben der Haltelasche empfiehlt es sich, die Stege zwischen den Schlitzen mit Tape gegen Kleber zu schützen. Der Klebevorgang (Einstrich, Antrocknung, Reaktivierung, Fügen) ist analog zum dem für andere Anbauten (Genaue Anleitung dazu hier).

Schutz mit Tape
Auf dem Bootskörper ist die Klebestelle anzuzeichnen und außen herum am besten ebenfalls gegen ungewollte Klebeflecken mit Tape zu schützen. Die Stelle wo später die Haltestege sitzen darf kein Kleber abbekommen und wird ebenfalls mit Tape geschützt.

Aussparungen mit Tape
Wenn der Kleber aufgetragen und angetrocknet ist, kann das „Schutz-Tape“ auf Boot und Haltelasche wieder entfernt werden. 

Um die 2x mit Kleber bestrichenen Flächen final zu verbinden, macht es sich gut, diese aufeinander zu legen und an einem Ende mit Tape gegen Verrutschen aufeinander zu fixieren. Von der anderen Seite her kann man dann die Klebeflächen Stück für Stück mit einem Fön auf 60°C erhitzen. Diese aktivierten noch heißen Stellen werden fest aufeinander gepresst, ergeben eine gute Klebeverbindung.

Die Große Fläche der Haltelaschen habe ich so in 4 Teilabschnitten erhitzt und verklebt. Die Verstärkung der Stege wird zuerst geklebt.

Montage

Unmontierte Finne
Montierte Finne
Diese Kunststoff-Flosse hat in Fahrtrichtung einen langen Einschnitt und hinten einen kurzen. VOR dem Aufblasen des Bootes wird die Flosse zuerst in Fahrtrichtung in die Haltelasche geschoben und dann zurück unter den hinteren Haltesteg. Mit dem Aufblasen des Bootes arretiert sich die Flosse dann fest in der Haltelasche und lässt sich nicht mehr verschieben. 

Fazit

Mein Adventure X2 hat den Test mit zwei Richtungsflossen bravourös absolviert. Der Geradeauslauf ist stark verbessert und bei Segelabschnitten mit großen durchsichtigen Regenschirmen wurde auch die seitlich Abdrift merklich verringert.




*Das Bodenmaterial für den Bootstyp MRS Adventure X2 habe ich mit einer Haltelaschen-Schablone aus Papier angezeichnet und entsprechend ausgeschnitten. Für die außen liegenden Schnitte macht sich eine scharfe Küchenschere gut. Für die inneren Schlitze sind Lochzange und Cutter-Messer nützlich. Die Stege sind auf der Unterseite mit einem rechteckigen Streifen verstärkt – also auch diese Streifen zuschneiden."




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