15.08.2020

LEITZACH (BEI ROSENHEIM): KRISTALLKLARER, SPRITZIGER GEBIRGSFLUSS

Dieser Beitrag gehört zum Artikel REVIERINFO SÜD-DEUTSCHLAND.

🔶 Leitzach (bei Rosenheim), klar, spritzig, oft fahrbar, WW II (III-), von Horst Schulze

Die eher wenig bekannte Leitzach stellt ein weiteres lohnendes Packrafting-Ziel unweit von München dar. Bevor der muntere Kleinfluss in die bereits beschriebene Mangfall mündet, ist er auf zwei Abschnitten paddelbar. Im Gegensatz zum nur bei Hochwasser fahrbaren unteren Teil, ist die hier beschriebene obere Strecke häufig befahrbar und funktioniert meist auch noch einige Tage nach Niederschlägen.

Zur Einstiegsstelle gelangen wir von Wörnsmühl, z. B. per Fahrrad, durch die nah am Fluss verlaufende Leitzachtalstraße. Der Fluss lässt sich kaum verfehlen, da wir ihn kurz vor der Ortschaft Stauden überqueren. Hier, direkt an der Brücke, steigen wir in das aus dem Mangfallgebirge kommende kristallklare und relativ flache Wasser.
 
Anfangs noch begradigt strömt die Leitzach flott über einige Schwellen auf eine Mühle zu. Vor den hohen und nicht befahrbaren Stufen an der Mühle kann gefahrlos am rechten Ufer angehalten und umtragen werden. Auf den folgenden Kilometern treffen wir immer wieder auf Stufen und kleinere Abfälle, bevor nach gut 3 Kilometern eine echte Herausforderung auf uns wartet. Direkt unterhalb einer Brücke überwindet die Leitzach hier ein größeres und mit Steinblöcken durchsetztes Gefälle. Je nach Wasserstand wird hier durchaus WW III- erreicht.

Anschließend geht es weiter durch ruhiges Wiesen- und Weidegebiet. Nach knapp einer halben Stunde tauchen rechts Häuser einer Töpferei auf. Wir umtragen die Fischtreppe auf der linken Seite des Flusses und erreichen bald den landschaftlich schönsten Teil der Tour, das “Drachental”. Hier legt die ohnehin flotte Leitzach noch einmal eine Zahn zu. Teilweise kräftige Schwälle und einige querliegende Bäume erfordern hier vollste Aufmerksamkeit. Ein Schrägwehr, welches links umtragen werden muss, kündigt das nahe Ende der Tour an. Die wenigen hundert Meter bis zum Ausstieg rechts vor dem Wehr in Wörnsmühl müssen wir teilweise treideln. Sie sind jedoch bei Pegelständen von über 50cm auch häufig fahrbar.


Befahrbarkeit: Prinzipiell häufig zu befahren. Beim Mindestpegel von 33 cm an der Messstelle Stauden ist jedoch häufig mit Grundberührung und Treidelstellen zu rechnen. Empfohlen ist deshalb eher ein Pegel von mind. 45 cm. Soll nur das reizvolle Drachental gepaddelt werden, erreicht man den Einstieg bei der Töpferei bequem durch den parallel zum Fluss verlaufenden Wanderweg.

Streckenlänge: 8,4 km
Dauer: ohne Pausen ca. 1:30h

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